Libellen – Odonata

Einführung in die Libellenkunde (Odonatologie)

Wissenswertes aus dem Leben unserer größten heimischen Insekten, der Libellen

Teufelsnadel, Augenstecher, Quelljungfer, Schillerbold …

Der Volksmund hat den Libellen im Laufe der zurückliegenden Jahrhunderte viele volkstümliche Namen gegeben. Ein Hinweis darauf, dass diese zu unseren größten Insekten gehörenden Tiere, die Aufmerksamkeit bereits im Mittelalter auf sich gezogen haben. 

Bisher sind uns per Stand vom 05.12.2015 exakt 6098 Libellenarten weltweit bekannt, davon 85 Libellenarten aus 9 Familien in Mitteleuropa, davon wiederum 81 Arten in Deutschland . In Österreich zur Zeit 77 Arten (mit Lestes parvidens gar 78 Arten) und in der Schweiz 85 Libellenarten, inklusive einiger Unterarten.

Libellen werden unterteilt in 3 Unterordnungen, Anisoptera (Großlibellen)Zygoptera (Kleinlibellen) und Anisozygoptera (Urlibellen). Letztere ist jedoch nur noch mit 4 als Relikt geltenden Arten in Asien (Japan / Nordindien / Nepal / China) vertreten.

Libellen sind für den Menschen völlig harmlos: Libellen besitzen weder einen Saugrüssel oder Stachel noch Gift.

Ob Wissenschaftler oder Poeten wie Goethe, Da Vinci und Sikorsky, Libellen faszinieren den Menschen wohl seit je her. Damals wie heute schauen Ingenieure den Libellen vieles ab. Ob Hubschraubertechnik, Computer gestützte Bewegungserfassung oder gar ein Anzug für Jetpiloten, der das Fliegen enger Kurven erleichtert.

GroßlibellenMindestens 320 Millionen Jahre haben die Libellen ihren Flugapparat und ihre Anpassung an ein Leben in der Luft verbessern können. Mit 75 cm Flügelspannweite hatten sie im Karbon ein Limit erreicht; die heute noch lebenden Libellen kommen kaum über 20 cm. Dafür sind sie schneller geworden. Michael Schumacher würde blass vor Neid, wenn er wüsste, dass eine Libelle nur 0,5 sec. nach dem Start bereits 100 Stundenkilometer drauf hätte, könnte sie ihre Startgeschwindigkeit beibehalten. Leider bremst der Luftwiderstand die meist viel weniger als 1 Gramm leichten Flugkünstler ab. So reicht es „nur“ für 5 m/s (18 km/h) bei einer Prachtlibelle oder 15 m/s (54 km/h) bei einer Edellibelle.

Die Lebensräume der Libellen (die Larven sind auf saubere Gewässer angewiesen) haben in den vergangenen 60 Jahren stark an Qualität verloren. Kein Wunder also, dass knapp die Hälfte aller Arten Deutschlands auf der Roten Liste gelandet sind. Noch wissen wir fast nichts über die bunten Flugkünstler, obwohl die Libellen wohl mit zu den am längsten und meist erforschten Tieren unserer Erde zählen. Sie sind immerhin eine der am längsten existierenden Tiergruppen der Erde und haben viele Episoden der terrestrischen Evolutionsgeschichte überlebt, darunter auch die Episode „Dinosaurier“. Wieso überlebten die Libellen, während die Dinosaurier ausstarben?

Libellen besitzen einige Eigenschaften, die in der Natur einzigartig sind. Beste und wohl die bekanntesten Beispiele dafür sind die 4, sich unabhängig voneinander beweglichen Flügel der Libelle oder das faszinierende Paarungsherz, bzw. das Paarungsrad. Auch Eigenschaften wie die sich der Paarung anschließenden Eiablage in Tandemstellung, bei der das Männchen das Weibchen fest hinter dem Kopf im Griff hat und somit die Eiablage überwacht, werfen eine Menge Fragen auf deren Antworten teilweise so umfangreich sind, dass ich es für sinnvoll halte die Antworten von diesem Artikel zu trennen. Viele Antworten finden Sie daher in separaten Artikeln im LibellenWissen-Blog. Unter dem Menüpunkt „Libellenkunde“ finden Sie eine Übersicht der bereits fertiggestellten Artikel verschiedener Themen rund um die Biologie der Libellen .

Mein Dank an Bernd Kunz für die Genehmigung, Textpassagen seines Gedankenguts übernehmen zu dürfen.

Alle auf meiner Seite verfassten Artikel wurden von mir sorgfältig aus einer Vielzahl verschiedener Fachliteratur  zusammen gestellt und teilweise durch eigene Beobachtungen ergänzt. Einen Anspruch auf Vollständigkeit und Richtigkeit erhebe ich nicht, kann Ihnen jedoch versichern, darum bemüht zu sein, meine Informationen nach bestem Wissen und Gewissen stets auf den aktuellen Stand der Wissenschaft zu bringen. Vieles wird von mir bewusst einfach und teilweise stark verkürzt gehalten. Meine Hauptzielgruppe besteht aus den eher noch nicht so fachkundigen Naturfotografen und interessierten Naturfreunden, weniger aus Biologen (Naturkundlern) / Zoologen (Tierkundlern) / Entomologen (Insektenkundlern) / Odonatologen (Libellenkundlern), deren Sprache sich bekanntermaßen aus sehr vielen wissenschaftlichen, zumeist lateinischen und griechischen Begriffen zusammensetzt und dem „Otto Normalbürger“ oftmals unverständlich erscheint.

Leider komme aber auch ich nicht immer um die wissenschaftlichen Begriffe herum, versuche sie jedoch zu vermeiden oder das deutsche Wort, sofern es eines gibt, in Klammern dahinter zu setzen.

Die wissenschaftlichen Namen in der Biologie haben allerdings ihren Sinn. Sie ermöglichen eine einfachere weltweite Kommunikation und vermeiden ein aneinander vorbei Reden, denn in den verschiedenen Landessprachen sind die Begrifflichkeiten und Namen natürlich unterschiedlich. Nehmen wir doch als Beispiel die Scharlachlibelle, die Zarte Rubinjungfer, die Späte Adonislibelle, Koraaljuffer, Small Red Damsel oder Agrion délicat. Kennen Sie die Libellenarten? Nein? Es ist ein und das selbe Tier, Ceriagrion tenellum. Wer sich etwas intensiver mit der Biologie befassen möchte, kommt kaum darum herum, sich die „Biologen-Sprache“ anzueignen, da es auch sehr schwer wird, Fachliteratur oder Publikationen richtig zu interpretieren. Hier eine Kostprobe einer Publikation (Libellula 2008/ 27 (3/4) Hein & Kunz, GdO) : Hein & Kunz 2008 pdf

Ich wünsche viel Spaß auf LibellenWissen.de
Andreas Thomas Hein

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