Weltuntergang aufgeschoben, neuer Termin steht noch nicht fest

Hurra, wir und meine geliebten Libellen leben noch!

 

Fazit für 2012, ein erfolgreiches Jahr geht zu Ende! (Ironiemodus aus)

 

Da der für den 21.12.2012 vorhergesagte Weltuntergang ausblieb,

wir gerade einen Wärmerekord seit Beginn der Wetteraufzeichnungen miterlebt haben und die Deiche dem Hochwasser mit viel Glück stand hielten, möchte ich zum Jahresausklang auf ein paar Dinge aufmerksam machen, über die ich mir so meine Gedanken mache und Sorge um die Zukunft unserer so wunderschönen Erde habe.

Was haben Naturschutz, Tierschutz, Umweltschutz und Klimaschutz gemeinsam? Jeder dieser Begriffe befasst sich mit Themen, die uns alle angehen und oft ineinander übergreifen. Weltweit setzen sich Millionen von Menschen ehrenamtlich für mindestens eine gute Sache ein. Alle vier genannten Themen sind nicht von wirtschaftlichem Interesse, obwohl im Grunde genommen von großer wirtschaftlicher Bedeutung. Nur habe ich manchmal das Gefühl, dass die Politik die Zusammenhänge nicht sieht, versteht, bzw. ignoriert, verdrängt oder einfach nicht sehen möchte.

Ich persönlich habe noch keinen sich mit Naturschutz beschäftigenden Menschen getroffen, der seine Arbeit nicht schon einmal als ziemlich sinnlos erachtet hat und am liebsten alles hingeschmissen hätte. Wer  z.B. von der kürzlich in Doha/Katar stattgefundenen Klimakonferenz, eine klar verbesserte Regelung zur Senkung  der Treibhausgase erhofft hat, wurde bitter enttäuscht. Im Grunde genommen ist überhaupt nichts dabei heraus gekommen, außer dass das Kyoto-Abkommen bis 2020 verlängert wurde. Herr Altmaier und die Blut oder wie das Blatt heißt, wollen uns das als einen großen, wenn auch nur Teilerfolg, verkaufen, als einen guten Kompromiss.

Nun ja, auf den ersten Blick liest sich das ganz toll:  „Zum Ende des Weltklimagipfels in Katar haben sich die 194 Teilnehmerstaaten auf eine Verlängerung des Kyoto-Abkommens geeinigt„.  Auf den 2. Blick allerdings ist das so, dass sich nur noch 37 Staaten den gemeinsamen Zielen zur Reduzierung der Treibhausgase verpflichteten. Ach ja, wer die Ziele nicht erreicht, hat ja auch noch Möglichkeiten über ein paar Emissionsgutscheine (sollte man die nicht besser Freibriefe nennen?), CO2 ohne Ende in die Luft zu jagen.

Übrigens verpflichteten sich im Dezember 1997 die 197 unterzeichnenden Staaten den CO2 Ausstoß um mindestens 5% zu verringern. Tatsächlich aber sind die Emissionen jährlich zwischen 3 und 4 % gestiegen, zwischen 2009 und 2010 gar um satte 6%!

Nach den 14 tägigen Verhandlungen von Erfolg zu sprechen liegt sicher im Auge des Betrachters, da meine Augen nun auch mit den Jahren nicht besser werden, sehe ich die diesjährigen Verhandlungen als vollständig gescheitert an und bin schwer enttäuscht. Wenn man dem Ganzen etwas Positives abgewinnen möchte muss man wohl berücksichtigen, dass ohne Kyoto-Abkommen vermutlich der Ausstoß von CO2 (größter Teil aller Schadstoffe der gesamten Treibhausgase) noch höher gelegen hätte. Bleibt nur zu hoffen, dass bei der 2013 in Warschau stattfindenden Weltklimakonferenz  eine Einigung erzielt werden kann. Umweltminister Altmaier gibt großspurig vor den Wahlen sein Ziel bekannt, die Emissionen um 30% senken zu wollen.

Geschützt wird von der Politik in erster Linie der Wohlstand der „Reichen“ in den großen Industriestaaten. Kleinere Staaten, welche aufgrund fehlender Industrie selbst kaum Treibhausgase erzeugen, deren intakte Natur durch immer heftiger werdende Unwetter zerstört werden, sollen dafür in Zukunft finanziell besser entschädigt werden, damit große Industrie-Nationen weiterhin Schritt für Schritt unser aller Lebensraum mit reinem Gewissen zerstören können.

Ich könnte hier noch unzählige weitere Beispiele niederschreiben. Zwei mir bekannt gewordene Beispiele vom Scheitern der Naturschutzprojekte möchte ich dennoch anführen.  Da beide Fälle noch nicht endgültig abgeschlossen sind, habe ich die Orte geändert und auf Namensnennungen verzichtet:

Beispiel 1)

in Brandenburg ein Moor, welches vor rund 10 Jahren mit sehr viel Engagement vieler ehrenamtlicher Helfer renaturiert wurde. Diese Fläche zu beobachten bereitete allen Helfern große Freude. Die Artenvielfalt stieg Jahr für Jahr an. Nun werden dort demnächst Schaufelbagger Braunkohle abbauen, schließlich braucht das Land Brandenburg das Geld, was ein großer Energiekonzern für das Gebiet auf den Tisch geblättert hat. Ein Schlag ins Gesicht der vielen ehrenamtlichen Helfer!

Beispiel 2) in Berlin-Hermsdorf trugen fleißige Helfer vom NABU Reinickendorf  jahrelang eine ca. 2500 Individuen umfassende Population Erdkröten (Bufo bufo) über eine stark befahrene Straße. Der Einsatz der Helfer wurde von Jahr zu Jahr gefährlicher, da die im Wald liegende Straße schlecht beleuchtet und sehr kurvenreich ist, zusätzlich eine Zufahrtsstraße zur Stadtautobahn darstellt. Letztendlich schrumpfte die Population durch einen leider viel zu spät bemerkten, an einem kleinen Abschnitt nicht aufgestellten Krötenzaun, der eigentlich mit der Umweltbehörde vereinbart wurde. Im Frühjahr 2012 sank die Zahl der Erdkröten von einst 2500 auf unter 500 Individuen. Die Helfer gaben unter anderem auch daraufhin resigniert auf  und teilten mit, sich der Gefahr von einem Auto überrollt zu werden nicht mehr aussetzen zu wollen. 

Ein neues Konzept musste her, um diese Erdkröten-Population zu retten. Eine Brücke oder einen Tunnel für die Kröten zu bauen geht schon allein aus Kostengründen nicht. Also wollte man (der Mann weiß wen ich meine 🙂 ) dafür sorgen, dass die Erdkröten gar nicht mehr erst die Straße überqueren müssen und machte eine Senke auf der Seite des Waldes ausfindig, wo die Erdkröten überwintern. Aus der Senke könnte mit relativ wenig Aufwand, durch Hand anlegen fleißiger Helfer, darunter auch Schulklassen, die sich bereits im Vorfeld bereit erklärten, ein kleines Gewässer geschaffen werden. Gespräche mit dem zuständigen Forstamt verliefen positiv. Die Anfrage beim Umweltamt wurde aus nicht so ganz nachvollziehbaren Gründen abgewiesen. Die Sachbearbeiterin in dieser Angelegenheit benötigt für die Umsetzung einer solchen Maßnahme vorerst ein Gutachten, ferner wird die veranschlagte Kostenaufstellung bestritten, obwohl gar keine finanzielle Beteiligung an den Maßnahmen beantragt wurde, da der NABU die Kosten selbst tragen würde, bzw. fehlendes Geld anderweitig auftreiben wolle. Nun denn, bis also solch eine Schutzmaßnahme durchführbar sein wird, werden die letzten Kröten wohl dem Straßenverkehr längst zum Opfer gefallen sein.

Ein Schlag ins Gesicht der tapferen Helfer, die jahrelang Leib und Leben riskierten!

Meine eigenen Wünsche für das neue Jahr werde ich also von Grund auf neu definieren müssen, da ich irgendwie den Glauben daran verloren habe, dass sich die Politik tatsächlich um irgendetwas anderes kümmert, als dass es der Wirtschaft gut geht.

Dann zum Thema Tierschutz im Jahre 2012 noch ein paar Wörtchen.

„Fast Alles ist erlaubt!
Die gesetzlichen Mindeststandards, die die Landwirtschaft erfüllen muss, um Subventionen zu erhalten, erlauben: tierquälerische Haltung, den Einsatz von Gentechnik, Überdüngung und damit Verlust der Artenvielfalt und Belastung der Gewässer.

Echte Leistungen werden kaum honoriert! Weniger als 20 Prozent des Agrarhaushalts werden für Leistungen ausgegeben, die unserer Umwelt und Gesellschaft zugutekommen, wie Ökolandbau, Agrar-Umweltprogramme und die regionale Vermarktung. Dabei sind es gerade die bäuerlichen Betriebe, die tier- und umweltgerecht wirtschaften, die unsere Landschaft erhalten und Arbeitsplätze schaffen.“ Quelle: Tierfabriken.net

Im Dezember 2012 dann endlich die „Novelle des Tierschutzgesetzes„.

Ein Schlag ins Gesicht für alle Tierschützer!

Die Erde dreht sich weiter!

Die Überfischung der Weltmeere geht weiter!

Die Abholzung der Regenwälder geht weiter!

WaleHaie (z.B. Finning, Fang mit Hunden als Köder), Delfine, Robben, Nashörner, Elefanten, Zugvögel, Eisbären uvm. werden gefangen und auf bestialische Weise nieder gemetzelt!

Allein in Deutschland werden täglich rund 100 ha Naturland verbaut.  In  750 Jahren ist dann ganz Deutschland „gepflastert“! Weiter so!

 

So wünsche ich euch, aber ganz besonders mir selbst, für das neue Jahr viel mehr Gelassenheit! 🙂

 

Herzliche Grüße

euer Andreas Thomas Hein