Urlibellen – Anisozygoptera

Evolutionsgeschichte der Libellen

 

Urlibellen bilden neben Anisoptera (Großlibellen) und Zygoptera (Kleinlibellen) eine weitere Gruppe (Unterordnung) der Libellen (Odonata).

Die ersten Urlibellen (Protodonata) haben ihren Ursprung vermutlich im Unteren Karbon und lebten vor ca. 320 Mio. Jahren.

Zu den heute noch existierenden 4 fossilen Arten, welche alle der gleichen Gattung „Epiophlebia“ angehören, zählen Epiophlebia superstes Selys, 1889 lebt in Japan, Epiophlebia laidlawi Tillyard, 1921 in Südostasien im Nepal (Himalaya), Indien, Bhutan sowie die erst kürzlich in China entdeckten Epiophlebia sinensis Li & Nel, 2011 und Epiophlebia diana Carle, 2012.

Die vier noch existierenden Anisozgoptera-Arten gelten als lebende Fossilien. Allerdings sind die Anisozygoptera wissenschaftlich betrachtet, keine natürliche Gruppe (kein Monophylum im Sinne Willi Hennigs), sondern eine paraphyletische Stadiengruppe und ein „Sammelbecken“ für fossile Stammgruppenvertreter der Großlibellen, die teils weiter und teils näher mit den Großlibellen verwandt sind als Epiophlebia. Keine der bekannten fossilen Arten der Unterordnung Anisozygoptera ist mit Epiophlebia nächstverwandt. Die Anisozygoptera bilden aus Sicht der Entwicklungsgeschichte einen Übergang zwischen den Großlibellen (Anisoptera) und den Kleinlibellen (Zygoptera).

Die Blütezeit der Anisozygoptera lag im Jura (199,6–145,5)  und der Unteren Kreide (145,5–65,5). Durch Fossilienfunde wurden bisher 9 weitere Familien bekannt.

 

Hallo liebe Libellenfreunde, 

aufgrund einiger neuerer Erkenntnisse zu denen ich dankenswerterweise Informationen von Herrn Dr. Günter Bechly erhalten habe, befindet sich der Artikel über die Urlibellen in der Überarbeitung. So wenig ausführlich wie der Artikel jetzt zu sehen ist, sind Sie sicherlich nicht von mir gewohnt, wofür ich mich bei Ihnen entschuldigen möchte.

Der ursprünglich von mir verfasste Text war zu weit vom heutigen Wissenstand entfernt, so dass Korrekturen unausweichlich geworden sind. Aus meiner Sicht ist es sinnvoller vorübergehend wenigerInformationen über Anisozygoptera ins Internet zu stellen, als einen mit Fehlern versehenen Artikel.

Ich hoffe auf Ihr/euer Verständnis,

Ihr/euer Andreas Thomas Hein

 

Literatur:
Sternberg/Buchwald (1999), Die Libellen Baden-Württembergs, Band 1, S. 78 (Eugen Ulmer Verlag, Stuttgart)
W. Dreyer (1986) Die Libellen, S. 16-18, (Gerstenberg Verlag, Hildesheim)

Hinweis auf den Urheber des Fotos vom fossilen Abdruck der Urlibelle (Meganeuradae).

Urheber=Hcrepin, GNU Lizenz unter Wikimedia Commons