Libellen mit Gnitze gesucht

Libellen-Fotos für eine wissenschaftliche Arbeit gesucht

Aufruf an alle Libellen-Fotografen zur Mithilfe!

Hallo Libellen- und Fotofreunde,

auch Libellen werden gelegentlich von Gnitzen gestochen. Gnitzen sind bis zu 2mm kleine Stechmücken. Einige der bisher weltweit rund 4000 bekannten Gnitzen-Arten, wovon ca. 190 Arten in Deutschland vorkommen, haben sich darauf spezialisiert andere Insekten zu stechen. In Europa ist allerdings nur eine Art bekannt, die sich auf Libellen spezialisiert hat; Die Weibchen Forcipomyia paludis verankern sich am Flügel ihrer Opfer und saugen ihnen die Hämolymphe aus den Flügeladern.

Mein einziges Belegfoto:

Lange Zeit hat sich eigentlich niemand mit diesem Thema ernsthaft beschäftigt, so fingen A. Martens, Falk Petzold und H. Wildermuth vor ein paar Jahren damit an sich etwas intensiver mit der Thematik auseinanderzusetzen. Es gibt eine ganze Anzahl an Beobachtungen aus Europa, jedoch aus Deutschland gibt es bislang nur sehr wenige Funde, die nun aber in einem Libellula-Beitrag zusammengefasst werden sollen.

Ich möchte hier alle Libellenfotografen zur Mithilfe aufrufen, um die Arbeit möglichst abzurunden. Wem also auf seinen Bildern Gnitzen (oder ovale bräunliche Punkte auf Libellenflügeln) aufgefallen sind, möge sich bitte umgehend bei mir oder im Forum Libellen-Europas (Beispielfotos) melden! Die Melder werden natürlich in der Arbeit namentlich erwähnt. Wichtig sind der Fundort und ein Foto, welches eine sichere Bestimmung der Libelle ermöglicht.

Ich hoffe wir können so alle gemeinsam ein wenig dazu beitragen, eine Wissenslücke zu schließen!

Viel Spaß bei der Durchsicht eurer Libellenfotos!

Ergänzender Hinweis: mittlerweile wurde die Arbeit im August 2012 in der Fachzeitschrift (Libellula 31 (1/2) ISSN 0723-6514) der GdO e.V. veröffentlicht. Vielen Dank an alle Unterstützer der Aktion!

Andreas Thomas Hein

Nachtrag vom 20.3.2012 : die hier gesuchte Gnitze hat nichts mit den gerade sehr prominent gewordenen Gnitzenarten Culicoides obsoletus, C. dewulfi und C. pulicaris zu tun, welche gerade für Schlagzeilen sorgen, weil sie das für Frühgeburten und Missbildungen verantwortliche Schmalenberg-Virus auf Rinder, Schafe und Ziegen übertragen.