weibliche und männliche Libellen im Gleichgewicht

Was Sie schon immer über Libellen wissen wollten.

Frage Nr.1) Warum finde ich auf meinen Touren am Morgen keine bis ganz wenige Weibchen?

Hallo Libellenfreunde,

Diese oder eine sehr ähnliche Frage wurde mir im Monat Juni 2011 bereits 8 mal gestellt.

Oftmals wird geglaubt es gäbe weniger weibliche als männliche Libellen. Dem ist nicht so. Tatsache ist die, dass die Weibchen fast aller Libellenarten nur zur Paarung und anschließender Eiablage zum Gewässer kommen und in der Zeit bis Eier in ihnen heranreifen, sehr häufig fernab vom Gewässer, auf Waldlichtungen oder Feldern zu finden sind, wo es sich gut nach Nahrung in Form von anderen Insekten jagen lässt.

Sehr häufig ist aber auch so, dass die weniger farbenprächtigen Weibchen ganz einfach schneller von uns übersehen werden.

Sehr häufig bekunden Naturfreunde sich darüber zu wundern, auch Männchen fernab der Gewässer zu finden.  Die meisten Libellenarten halten sich nach dem Schlupf generell in etwas vom Gewässer entfernten „Reifehabitaten“ auf und kehren dann erst zur Paarung zum Gewässer zurück. Insofern nicht ungewöhnlich ein Fund einer Libelle abseits vom Gewässer. Wenn die Männchen dann geschlechtsreif sind, verlassen sie die nähere Umgebung ihres Stammgewässers kaum noch, denn sie könnten ein zur Paarung bereites Weibchen verpassen. Natürlich gibt es Ausnahmen, bei denen es sich dann meist um ein sogenanntes Wanderverhalten handelt, um neue Biotope für ihre Art zu erschließen. Das ist von Art zu Art sehr unterschiedlich. Einige Arten wandern tausende von Kilometern (z.B. Feuerlibelle), andere sind sehr standorttreu (z.B. Zwerglibelle).

Sie haben auch eine Frage? Dann senden Sie mir ihre Frage per Mail. Vielleicht finden Sie dann hier im LibellenWissen-Blog, bereits in der nächsten Woche eine Antwort auf Ihre Frage.

Bitte haben Sie dafür Verständnis, dass ich Ihnen Ihre Fragen während der Libellen-Saison nicht immer zeitnah und zumeist nur in einer Kurzfassung, auf einer vereinfachten Art und Weise beantworten kann. Auch gibt es noch nicht immer eine Antwort auf alle Fragen. Ein Grund mehr für mich, sich intensiv mit den Libellen zu befassen.

Viele Grüße Ihr/euer Andreas Thomas Hein