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April 2013, die Rückkehr der Winterlibellen

Donnerstag, April 18th, 2013

Das Warten auf den Beginn der Libellensaison 2013 ist beendet

 

Winter ade oder alle Jahre wieder

 

Libellen im April 2013, Winterlibellen und Frühe Adonislibellen ……

 

Hallo meine lieben Libellenfreundinnen und Libellenfreunde,

Pyrrhosoma nymphula - young male wie in den vergangenen Jahren werde ich euch auch im Frühjahr 2013 über die in den Monaten April und Mai, dann bereits schlüpfenden Libellen-Arten informieren. Dazu hoffe ich natürlich wieder auf eure rege Beteiligung. Bitte meldet mir per Mail die Libellenarten, welche ihr in diesem Jahr erstmalig beobachten konntet und hier weiter unten in diesem Artikels noch nicht aufgelistet sind. Schaut bitte immer wieder mal vorbei, der Beitrag wird von April bis Mai 2013 ständig aktualisiert.

Rana arvalis  male _img_3100 Den frisch hinzu gewonnenen Libellenfreund(inn)en möchte ich nicht vorenthalten, dass es tatsächlich Libellen gibt, die nicht, wie bei allen anderen Libellen-Gattungen sonst üblich, als Ei oder Larve überwintern. Die Winterlibellen schlüpfen bereits im Juli/August des Vorjahres und beziehen als flügfähiges Insekt während des Winters, oftmals mehrere Kilometer vom Schlupfgewässer entfernt, vom Wind geschützte Quartiere. In Mitteleuropa haben wir es mit 2 Winterlibellen-Arten der Gattung Sympecma (Winterlibelle), aus der Familie der Teichjungfern (Lestidae) zu tun, die da wären die Gemeine Winterlibelle und die sehr seltene Sibirische Winterlibelle.

In diesem Jahr sind die Libellen aufgrund des langen Winters etwas später dran, als das seit Libellenwissen.de online gegangen ist, der Fall war (2011 und 2012). Nein, das stimmt so nicht ganz. Sympecma fusca - male - April 2013 Die ersten Winterlibellen wurden an einigen Gewässern beispielsweise in Brandenburg, Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen bereits in der ersten Märzwoche beobachtet. Könnt ihr euch daran erinnern, dass es Anfang März schon langsam nach Frühling aussah? Neben den Winterlibellen waren auch die ersten Bienen und Schmetterlinge wieder unterwegs, bevor der Winter sage und schreibe 6 Wochen lang seine Fortsetzung fand.

Seit dem 13. April 2013 erreichen mich nun Nachrichten aus fast allen Teilen Deutschlands, dass die Winterlibellen sich an den Teichen, Weihern, Mooren und sonstige für die Art typischen Fortpflanzungsgewässer eingefunden haben. So wurde auch ich am Sonntag im Brandenburgischen Teltow-Fläming fündig.  Nach einem überstandenen, recht hartnäckigen grippalem Infekt und trotz akuter Rückenbeschwerden ließ ich mich nicht davon abbringen, gemeinsam mit meinem Exkursionskumpamen Bernd Cegielka, raus aus Berlin in die Natur Brandenburgs zu fahren.

Rana arvalis 4 male waiting Neben dem Auffinden von ca. 30, hauptsächlich männlichen Winterlibellen, galt unser Interesse auch den Amphibien. Insbesondere wollten wir schauen ob die Moorfrösche bereits blau angelaufen sind. Wir trauten unseren Augen kaum, dass wir mehr Moorfrösche als Erdkröten und Grasfrösche zusammen gerechnet, erst hören und letztendlich auch sehen konnten.

 

 

Bufo bufo Pärchen auf dem Weg zum Laichgewässerrana arvalis - male - 3090

 

Bei fast jedem Schritt durch das knietiefe Wasser flogen ein paar frisch geschlüpfte Schlammfliegen auf, die für mich stets als Vorboten der Emergenz verschiedener Arten an Frühjahrs-Libellen sind.

Nymphalis antiopa - 3204 Ganz offensichtlich nutzen aber auch mindestens 2 Kranich-Pärchen und ein Rohrweihen-Pärchen das Gebiet als Brutrevier, so zogen wir uns ganz schnell aber vorsichtig,still und leise wieder zurück, ohne uns ernsthaft um besonders schöne Fotos zu bemühen. Nun gut, einige dokumentarische Aufnahmen haben wir dabei schon schießen können wie ihr hier seht. Zu meiner großen Überraschung auch diese Draufsicht von einen ganz besonders schönen, leider auch selten gewordenen Falter, dem Trauermantel. Es flogen neben her auch reichlich Zitronenfalter, C-Falter und sogar einige Tagpfauenaugen.

Bereits geschlüpfte Libellenarten 2013, zuletzt aktualisiert am 21.05.2013 um 03:49 Uhr.

 

Brachytron pratense - male Aus Baden-Württemberg (ohne Beleg aber glaubwürdig) und NRW (mit Fotobeleg) wurden mir am 18.4.2013 die ersten frisch geschlüpften Adonislibellen (Pyrrhosoma nymphula) gemeldet. Genau wie im Jahr 2012 war es mein Foto-Kumpel, Dr. Thomas Frankenhauser aus Düsseldorf, dem in der Nähe seines kleinen Gartenteichs die Beobachtung der ersten frisch geschlüpften Libelle der neuen Saisons gelang. Somit genau 1 Woche später (11.04.2012) als im Vorjahr und knapp 2 Wochen später (06.04.2011) als vor 2 Jahren.

1) Pyrrhosoma nymphula – Frühe Adonislibelle - 18.4.2013 in Nordrhein-Westfalen (06.04.2011/11.04.2012)

2) Ischnura elegans – Große Pechlibelle   - 21.4.2013  in Brandenburg (02.04.2011 /11. 04. 2012)

3 ) Cordulia aenea – Falkenlibelle - 26.4.2013 in Nordrhein-Westfalen + Bayern (11.04.2011 /24. 04. 2012)

4) Leucorrhinia rubicunda – Nordische Moosjungfer - 26.4.2013 in Bayern (11.04.2011 /20. 04. 2012)

5) Libellula quadrimaculata – Vierfleck - 26.4.2013 in Bayern (17.04.2011 /28. 04. 2012)

6) Coenagrion puella – Hufeisen-Azurjungfer - 01.05.2013 in Brandenburg (10.04.2011 /27.04.2012)

7) Enallagma cyathigerum – Gemeine Becherjungfer - 01.05.2013 in Hessen und in Niedersachsen (19.04.2011 / 27.04.2012)

8) Libellula depressa – Plattbauch - 01.05.2013, Ilse Rehn (Burgenland/Austria)  konnte ein bereits voll ausgefärbtes Männchen fotografieren. (18.04.2011 / 30.04.2012)

9) Coenagrion hastulatum – Speer-Azurjungfer - 01.05.2013 in NRW (24.04.2011 / 27.04.2012

10) Coenagrion lunulatum – Mond-Azurjungfer - 01.05.2013 in NRW (25.04.2011 / 28.04.2012)

11) Ischnura pumlio – Kleine Pechlibelle - 01.05.2013 im Kanton Aargau / Suisse (16.04.2011 /02.05.2012)

12) Gomphus vulgatissimus – Gemeine Keiljungfer - 02.05.2013 in NRW (18.04.2011 /26.04.2012)

13) Brachytron pratense – Früher Schilfjäger - 04.05.2013 in Brandenburg (10.04.2011 / 20.04.2012)

14) Coenagrion pulchellum – Fledermaus-Azurjungfer - 04.05.2013 in Brandenburg (21.04.2011 / 27.04.2012)

15) Libellula fulva – Spitzenfleck - 04.05.2013 in Brandenburg (06.04.2011 / 27.04.2012)

16) Erythromma najas – Großes Granatauge  – 05.05.2013 in Baden Württemberg (25.04.2011 /30.4.2012)

17) Leucorrhinia dubia – Kleine Moosjungfer - 05.05.2013 in Bayern (30.04.2011 / 30.04.2012)

18) Platycnemis pennipes – Blaue Federlibelle - 07.05.2013 in Brandenburg (11.04.2011 / 28.04.2012)

19) Leucorrhinia pectoralis – Große Moosjungfer - 08.05.2013 in Brandenburg (29.4.2011 / 30.04.2012)

20) Gomphus pulchellus – Westliche Keiljungfer - 08.05.2013 in Bayern (28.04.2011 / 03.05.2012)

21) Calopteryx splendens – Gebänderte Prachtlibelle - 09.05.2013 in Bayern (11.04.2011 / 29.04.2012)

22) Orthetrum cancellatum – Großer Blaupfeil - 09.05.2013 in Hessen (28.04.2011 / 04.05.2012)

23) Coenagrion armatum – Hauben-Azurjungfer - 10.05.2013 in Schleswig-Holstein ( ? ? 2011/ 03.05.2012)

24) Epitheca bimaculata – Zweifleck - 08.05.2013 in Brandenburg (25.04.2011 / 03.05.2012)

Epitheca bimaculata - female_img_3550

25) Leucorrhinia caudalis – Zierliche Moosjungfer - 11.05.2013 in Brandenburg  und erfreulicherweise am 14.05.2013 in Niedersachsen (08.05.2011 / 09.05.2012)

26)  Aeshna isoceles – Keilfleck-Mosaikjungfer - 14.05.2013 in Brandenburg (06.05.2011 / 30.04.2012)

27) Anax imperator – Große Königslibelle - 14.05.2013 in Hessen (30.04.2011 / 07.05.2012)

28) Anax parthenope – Kleine Königslibelle - 15.05.2013 in Brandenburg (13.05.2011 / 20.05.2012)

29)  Crocothemis erythraea – Feuerlibelle - 19.05.2013 in Brandenburg (07.05.2011 / 09.04.2012)

30) Aeshna grandis – Braune Mosaikjungfer – 19.052013 in Brandenburg (keine Meldung aus den Vorjahren)

31) Calopteryx virgo – Blauflügel-Prachtlibelle 19.05.2013 in Schleswig-Holstein (19.04.2011 / 29.04.2012)

 

Cordulia aenea - female - emergenz

Mittlerweile erreichen mich Mails aus fast allen Teilen Deutschlands, in denen mir von den ersten Beobachtungen schlüpfender Libellen berichtet wird.

Auf geht es Leute, die Makro-Saison 2013 ist endlich eröffnet.

Rana arvalis - Copula - 3124Rana arvalis_img_3113

Ich wünsche allen eine erfolgreiche Makro-, Libellen-Saison 2013

Herzlichst euer Andreas

 

 

Speer-Azurjungfer, die Libelle des Jahres 2013

Freitag, Januar 4th, 2013

Die Speer-Azurjungfer (Coenagrion hastulatum), ein Verlierer wurde Sieger.

 

Die stark bedrohte Schlanklibelle, Speer-Azurjungfer, machte im Jahr 2013 das Rennen

Sicherlich haben einige von euch, genau wie ich selbst schon mit Spannung darauf gewartet, welche Libelle wohl die Libelle des Jahres 2013 werden wird. Seit 2011, also erst zum 3. Mal wurde gemeinsam von Vertretern des BUND (Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland) und Vertretern der GdO (Gesellschaft deutschsprachiger Odonatologen) eine Libellenart zur Libelle des Jahres gewählt. Coenagrion hastulatum - kopula Die Speer-Azurjungfer (Coenagrion hastulatum) wurde aus völlig anderen, leider traurigeren Gründen ernannt, als dass bei der Libelle des Vorjahres, der Blaugrünen Mosaikjungfer (Aeshna cyanea), der Fall war.

Ich möchte gern unsere, im Jahr 2012 mit dem Ehren-Naturschutzpreis ausgezeichnete, ehemalige Umweltministerin und Libellenexpertin Heidrun Heidecke vom BUND aus der Pressemitteilung vom 3.1.2012 zitieren, da man es besser kaum auf den Punkt bringen kann:  ”Mit der Wahl der Speer-Azurjungfer zur Libelle des Jahres wollen wir auf die schwieriger werdenden Lebensbedingungen für diese Insekten aufmerksam machen. Jahr für Jahr gibt es immer weniger dieser wunderschön schillernden Libellen in Deutschland. Mancherorts ist die Speer-Azurjungfer bereits ganz verschwunden”.

Aus meiner persönlichen Sichtweise bin ich mit der Entscheidung voll und ganz zufrieden und hätte ihr wohl auch meine Stimme gegeben, obwohl ich ganz ehrlich gesagt  fest mit der Wahl einer unserer 5 Arten der Moosjungfern gerechnet habe. Coenagrion hastulatum Tandem Mit dem Hintergrund, dass die Speer-Azurjungfer, in der im Jahr 2013 neu erscheinenden Roten Liste von RL3 = gefährdet, auf RL2= stark gefährdet herabgestuft wurde, steht die Speer-Azurjungfer (Coenagrion hastulatum) stellvertretend für die Bedrohung der gesamten Insektenordnung Odonata (Libellen), bzw. dem Verlust ihrer Lebensräume, an welche die unterschiedlichen Libellenarten stark gebunden sind.

So ist die Speer-Azurjungfer in erster Linie ein Bewohner nährstoffarmer Gewässer wie Hochmoore, Übergangsmoore, seltener auch Flachmoore und extensiv genutzte Teiche. Wichtig dabei ist vor allem eine üppig vorhandene Vegetation in den Uferbereichen und eine gute Wasserqualität. Coenagrion hastulatum benötigt unbedingt sauberes Wasser, reagiert sehr empfindlich auf Verunreinigungen jeder Art. Eben genau darin sind die hauptsächlichen Ursachen der zunehmenden Gefährdung der Speer-Azurjungfer, aber auch vieler anderen Arten zu finden. Durch intensive Nutzung der umliegenden landwirtschaftlich genutzten Flächen, insbesondere der Düngung (Überdündung, Spritzen von Pestiziden und Anbau von Gen-manipulierten Mais etc. ganz zu schweigen) kommt es zur Nährstoffanreicherung (Eutrophierung) in den Gewässern, die den vermehrten Wachstum schädlicher Pfllanzen wie z.B. Algen zur Folge haben. Ein weiterer Grund ist die intensive Nutzung der Gewässer. Coenagrion hastulatum Tandem 2 Dabei wirkt sich nicht nur das Einsetzen von Fischen von Fischerei-Betrieben und der Anglerverbände negativ aus, nein, auch  ist es die aus der Nutzung resultierende Veränderung (Zerstörung) der Ufer, teilweise sogar vollständige Entfernung der Ufervegetation, die den wenig wehrhaften Libellenlarven Schutz vor ihren Fressfeinden bietet. Hinzu kommen noch ein paar wesentliche Gründe, die für die Gefährdung fast aller Libellenarten eine große Rolle spielen, nämlich der Verlust ganzer Lebensräume durch Austrocknung oder Trockenlegung der Gewässer sowie klimatischer Veränderungen (Klimawandel).

Die Speer-Azurjungfer ist mit einer Körperlänge von max. 33 mm und einer Flügelspannweite von max. 45 mm eine der kleinsten Azurjungfern unserer Heimat. Coenagrion hastulatum Für ihrem deutschen Namen ist die Zeichnung auf dem 2. Hinterleibssegment der Männchen verantwortlich. Mit etwas Phantasie erkennt man eine schwarze Speerspitze/Lanze auf der grünlich-hellblauen Grundfarbe.  Bei einem Blick auf das 3 Hinterleibssegment braucht man weitaus weniger Phantasie, um die dort befindliche schwarze, spitz zulaufende Zeichnung, als Speer zu erkennen. Die Weibchen ähneln den anderen Azurjungfern sehr und sind fast nur durch einen Blick auf den Hinterrand der Vorderbrust bestimmbar. Nähere Informationen findet ihr im Artprofil von Coenagrion hastulatum. Über die Paarung und der etwas außergewöhnlichen Eiablage habe ich bereits in meinem Blog berichtet und verzichte daher in diesem Artikel darauf nochmals näher auf dieses, für mich faszinierende Schauspiel einzugehen. Schließlich möchte ich euch auch nicht langweilen, verweise aber gern auf die entsprechenden Beiträge zum Thema “Fortpflanzung”

Die Speer-Azurjungfer zählt sicherlich zu den weniger bekannten Libellen unserer Heimat und eignet sich auch gerade deshalb bestens darauf aufmerksam zu machen, wie es um die Vielfalt der Arten und ihre Bedrohung bestellt ist.

Seit 2011 wird die „Libelle des Jahres“ von der Gesellschaft deutschsprachiger Odonatologen (GdO – Verein für Libellenkundler) und dem Bund für Umwelt und Naturschutz in Deutschland (BUND) ausgewählt, um auf die Vielfalt und Schönheit der heimischen Libellenfauna und ihre Bedrohung aufmerksam zu machen. Von den 81 heimischen Libellenarten finden sich 48 Arten auf der aktuell noch gültigen Roten Liste gefährdeter Libellen.

 

Die Libelle des Jahres 2011 war die Feuerlibelle (Crocothemis erythraea)

Die Libelle des Jahres 2012 war die Blaugrüne Mosaikjungfer (Aeshna cyanea)

 

Du hast eine Frage oder einen Verbesserungsvorschlag? Dann schreibe mir bitte eine kurze Nachricht.

Andreas Thomas Hein  / LibellenWissen.de

 

Ein riskanter Schlupf

Dienstag, Juli 3rd, 2012

Eine Kleine Zangenlibelle (Onychogomphus forcipatus) schlüpft

 

In Brandenburg ist vieles anders!

 

Hallo liebe Naturfreunde,


heute möchte ich im LibellenWissen-Blog einmal von einem etwas kuriosen Libellenschlupf berichten, den wir am Sonntag den 1. Juli 2012, gemeinsam mit meinem regelmässigen Exkursionspartner Bernd Cegielka, beobachten und dokumentieren konnten.

 

Ein Weibchen Onychogomphus forcipatus (Kleine Zangenlibelle) schlüpft an einem brandenburgischen See und das in waagerechter Position auf einem Schilfhalm, der auf dem Wasser umhertreibt.

Das die Libellen aus der Familie Gomphidae (Flussjungfern) auch waagerecht schlüpfen ist bekannt. Das verschiedene Gomphiden nicht nur auf Fließgewässer angewiesen sind ist auch hinlänglich bekannt.

Bei meiner kleinen Foto-Dokumentation traf Beides zu, allerdings auf einem sehr gewagtem Ansitz. Seht selbst. Der gesamte Vorgang dauerte, bei 25° C und bedecktem Himmel, nicht einmal 30 Minuten bis die Kleine Zangenlibelle sich in die Lüfte erhob.

Bitte einfach auf ein Foto klicken um die Fotos etwas größer betrachten zu können, bei einem Klick auf ein geöffnetes Foto schließt es sich dann wieder.

Onychogomphus forcipatus - female- immature 1Onychogomphus forcipatus - female- immature 2Onychogomphus forcipatus - female- immature 3Onychogomphus forcipatus - female- immature 4Onychogomphus forcipatus - female- immature  5Onychogomphus forcipatus - female- immature

 

Letztendlich zeigt diese kleine Doku auch, dass man sich stets wachsam und sehr vorsichtig in der Natur bewegen muss, um Kollateralschäden zu vermeiden. Dieses Weibchen hatte das Glück, dass wir es nicht übersehen haben und an dem Tag nicht gerade Badewetter war. Die Situation spielte sich etwa einen Meter neben einem Steg ab, von dem aus Badegäste häufig Kopf über ins Wasser springen.

Ich wünsche euch viele spannende Naturbeobachtungen! Habt ihr auf LibellenWissen.de einen groben Fehler entdeckt oder habe ich mich an einer Stelle nicht unverständlich ausgedrückt? Dann schreibt mir bitte eine kurze Nachricht.

Besten Dank, euer Andreas Th. Hein

 

 

 

 

Libellen im Mai 2012

Freitag, Mai 4th, 2012

Die neue Libellensaison ist seit letztem Monat nun voll im Gange

 

 

Folgende Libellenarten schlüpften im Mai 2012

 

Hallo meine lieben Libellenfreunde,

im April schlüpften nach schleppendem Beginn, auf Grund der am Ende des Monats hochsommerlichen Temperaturen doch noch 22 Libellenarten, so dass nunmehr 24 verschiedene Arten von Libellen auf den Flügeln waren. Eigentlich wollte ich für den Monat Mai keinen ähnlichen Blogbeitrag schreiben, in dem ich die schlüpfenden Libellenarten aufliste. Da sich erfreulich viele LibellenWissen.de Besucher bei mir gemeldet haben und der Meinung sind, es sei eine große Hilfe bei der Artenbestimmung, zu wissen welche Arten denn überhaupt momentan schon unterwegs sind, mache ich sehr gern weiter.

Leucorrhinia caudalis

Aufgelistet stehen hier die Arten und die jeweiligen Regionen, in der eine Libellenart mir diesjährig als Erstmeldung bekannt geworden ist. Die Arten aus dem April fliegen und schlüpfen natürlich auch noch im Mai und sind dem April Artikel zu entnehmen.

Epitheca bimaculata mit Exuvie

 

Im Monat Mai 2012 schlüpften bisher:

Ischnura pumlio – Kleine Pechlibelle (Brandenburg /02.05.2012)

Epitheca bimaculata – Zweifleck (Rheinland-Pfalz / 03.05.2012)

Gomphus pulchellus – Westliche Keiljungfer (Baden-Württemberg / 03.05.2012)

Coenagrion armatum – Hauben-Azurjungfer (SH / 03.05.2012)

Orthetrum cancellatum – Großer Blaupfeil (Brandenburg / 04.05.2012)

Anax imperator – Große Königslibelle (A-Vorarlberg / 07.05.2012 /11.5. in NRW)

Sympetrum fonscolombii – Frühe Heidelibelle (Österreich /09.05.2012 / 15.5. in Hessen)

Leucorrhinia caudalis – Zierliche Moosjungfer (Brandenburg / 09.05.2012)

Orthetrum coerulescens – Kleiner Blaupfeil (Brandenburg / 09.05.2012)

Crocothemis erythraea – Feuerlibelle ( Österreich / 09.05.2012/4 Tage später in B.-W.)

Cordulegaster boltonii – Zweigestreifte Quelljungfer (Niedersachsen / 11.05.2012)

Leucorrhinia albifrons – Östliche Moosjungfer (Brandenburg / 19.05.2012)

Coenagrion mercuriale – Helm-Azurjungfer (Hessen / 19.05.2012)

Anax parthenope – Kleine Königslibelle (Brandenburg / 20.05.2012)

Somatochlora flavomaculata – Gefleckte Smaragdlibelle (Brandenburg / 20.05.2012)

Somatochlora metallica – Glänzende Smaragdlibelle (Niedersachsen / 21.05.2012)

Lestes dryas – Glänzende Binsenjungfer (NRW / 21.05.2012)

Cordulegaster bidentata – Gestreifte Quelljungfer (Baden-Württemberg /22.05.2012)

Sympetrum striolatum – Große Heidelibelle (Baden-Württemberg / 24.05.2012)

Ophiogomphus cecilia – Grüne Flussjungfer (Sachsen / 25.05.2012)

Lestes barbarus – Südliche Binsenjungfer (NRW / 27.05.2012)

Somatochlora flavomaculata - male - juvenil _img_7396

 

Mit den beiden Winterlibellen-Arten sind somit aktuell 45 verschiedene Libellenarten auf den Flügeln. Vermutlich gibt es bereits einige weitere Arten, welche mir allerdings nicht gemeldet wurden. 

Für das Jahr 2012 beende ich hiermit die Auflistung der Arten, welche nun noch folgen werden. Interessant ist immer der jeweilige Saisonbeginn. Nun wo an nahezu allen Gewässern Libellen zu finden sind, ist meine Liste auch keine echt Hilfe mehr, um die Suche nach eurem gesuchten Artnamen einzugrenzen und so zu erleichtern.

Weitere Angaben zur Phänologie, könnt ihr den auf LibellenWissen.de zur Verfügung gestellten Artenprofilen entnehmen.


Stand vom 27. Mai 2012

 

Habt ihr eine ganz besondere Beobachtung einer Libellenart gemacht und möchtet diese melden? Dann schreibt mir oder noch besser ihr meldet eure Funde bei Libellenfunde.de. Besten Dank für euer Interesse!

 

Viele Grüße euer Andreas Th. Hein

 

 

 

 

Libellen im April 2012

Mittwoch, April 11th, 2012

 Wir haben April und freuen uns auf die Saison 2012

 

Hallo Libellenfreunde,

Genau wie im letzten Jahr findet ihr hier im LibellenWissen-Blog Informationen zu den bereits geschlüpften Libellenarten.

 

Nun ist es endlich soweit, von einem lieben Libellenfreund aus Düsseldorf erreichte mich heute am. 11. 4. 2012 die freudige Nachricht vom Pyrrhosoma nymphula, meine 1. in 2012 Fund eines frisch geschlüpften Weibchens Pyrrhosoma nymphula. Herzlichen Glückwunsch Dr. Thomas Frankenhauser! Kurze Zeit später erfuhr ich von meinem Düsseldorfer Kollegen Fred, vom Fund einer ausgefärbten Ischnura elegans.

Also geht es nun nach der langen Wartezeit während der Wintermonate, endlich los. Da die in diesem Jahr beobachteten Winterlibellen bereits im Sommer 2011 geschlüpft sind, erlaube ich mir unsere beiden heimischen Winterlibellen-Arten nicht zu berücksichtigen.

Ich halte euch auf dem Laufenden und werde die folgende Liste regelmäßig aktualisieren.

In Klammern stehen die Erstmeldungen die mich erreichten. Wenn eine Art z.B. 11.4. in NRW gemeldet wurde und 2 Tage später z.B. in Bayern, findet das in meiner Liste keine Berücksichtigung. Es ist in der Regel davon auszugehen, dass eine Libellenart die in NRW geschlüpft ist, welche auch in Bayern vorkommt, dann auch dort in den nächsten Tagen mit dem Schlupf zu rechnen ist. Ich hoffe auf euer Verständnis.

Cordulia aenea Metamorphose (April 2012)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Pyrrhosoma nymphula – Frühe Adonislibelle ( NRW / 11. 4. 2012)

Ischnura elegans – Große Pechlibelle (NRW / 11. 4. 2012)

Brachytron pratense – Früher Schilfjäger (Brandenburg / 20.04.2012

Leucorrhinia rubicunda – Nordische Moosjungfer (Niedersachsen / 20.04.2012)

Cordulia aenea – Falkenlibelle (Brandenburg + Niedersachsen / 24.04.2012)

Gomphus vulgatissimus - Gemeine Keiljungfer (NRW / 26.04.2012)

Coenagrion puella – Hufeisen-Azurjungfer (Brandenburg / 27.04.2012)

Coenagrion pulchellum – Fledermaus-Azurjungfer (Brandenburg / 27.04.2012)

Libellula fulva – Spitzenfleck (Brandenburg / 27.04.2012)

Coenagrion hastulatum – Speer-Azurjungfer (Brandenburg / 27.04.2012)

Enallagma cyathigerum – Gemeine Becherjungfer (Hessen / 27.04.2012)

Coenagrion lunulatum – Mond-Azurjungfer (NRW / 28.04.2012)

Libellula quadrimaculata – Vierfleck (NRW / 28.04.2012)

Platycnemis pennipes – Blaue Federlibelle (Rheinland-Pfalz / 28.04.2012)

Calopteryx splendens – Gebänderte Prachtlibelle (Brandenburg / 29.04.2012)

Calopteryx virgo – Blauflügel-Prachtlibelle (Baden-Württemberg / 29.04.2012)

Leucorrhinia dubia – Kleine Moosjungfer (Schleswig-Holstein / 30.04.2012))

Erythromma najas – Großes Granatauge (Hessen / 30.04.2012)

Coenagrion scitulum – Gabel-Azurjungfer (Hessen / 30.04.2012)

Libellula depressa – Plattbauch (Brandenburg / 30.04.2012)

Aeshna isoceles – Keilfleck-Mosaikjungfer (Brandenburg / 30.04.2012)

Leucorrhinia pectoralis – Große Moosjungfer (Brandenburg / 30.04.2012)

Libellula fulva - female - Metamorphose

 

Mit den beiden Winterlibellen-Arten sind somit aktuell 24 verschiedene Libellenarten auf den Flügeln. Das ist sind vier Arten mehr, als am 30. April des Vorjahres!

Stand vom 01. Mai 2012

 

 

Habt ihr eine Beobachtung einer Libellenart gemacht, die in dieser Liste noch nicht aufgeführt wurde und möchtet diese melden? Dann schreibt mir oder noch besser ihr meldet eure Funde bei Libellenfunde.de. Besten Dank für euer Interesse!

Viele Grüße Andreas Th. Hein

 

Libellen-Saison 2012

Mittwoch, März 7th, 2012

Wann ist die libellenlose Zeit endlich beendet?

 

Die Winterlibellen haben ihre Überwinterungsquartiere bereits verlassen!

 

Hallo liebe Naturfreunde,

kaum eine andere Frage wird mir so häufig gestellt, wie die Frage nach dem Beginn der Libellen-Saison, bzw. wann die Libellen endlich wieder schlüpfen.

Eines möchte ich gern vorweg erwähnen; Absichtlich möchte ich darauf verzichten, die Antwort zu sehr wissenschaftlich zu halten, da ich mit meinen LibellenWissen-Blog möglichst viele Menschen auf leicht verständliche Weise erreichen möchte.

Es gibt im Grunde genommen keine libellenlose Zeit!

Sympecma fusca - female - ice_img_46 Aus Baden-Württemberg und der Schweiz wurden mir bereits in der letzten Februarwoche die ersten Winterlibellen gemeldet, die aus ihren vor Wind und Wetter geschützten Winter-Verstecken hervor kamen. Viele Natur-, Makro-, Libellenfreunde sind oftmals erstaunt, überrascht und letztendlich begeistert, wenn Sie zum ersten mal davon hören, dass es im Winter Libellen gibt. Auf die Lebensweise der Winterlibellen möchte ich in diesem Beitrag allerdings nicht weiter eingehen. Interessierte entnehmen bitte weitere Informationen den Artprofilen unserer beiden Winterlibellen-Arten, Sympecma fusca (Gemeine Winterlibelle) und Sympecma paedisca (Sibirische Winterlibelle).

Nachtrag:

Sympecma fusca Eiablage im März In der Zeit vom 17. März 2012 und dem 24. März wurden mittlerweile aus fast allen Teilen Mitteleuropas Winterlibellen gemeldet, die sich bereits in größeren Stückzahlen gegen Mittag zur Paarung an den Gewässern aufhalten.

 

 

 

 

Nun zur Eingangsfrage, wann die ersten Libellen der neuen Saison schlüpfen oder anders gefragt:

Wann beginnt endlich die Libellen-Saison 2012?

Das hängt von mehreren Faktoren ab, ganz besonders aber von den Temperaturen der Gewässer. Die Gewässertemperatur wiederum ist im Allgemeinen abhängig vom Wetter. Nehmen wir ein Beispiel aus unserem alltäglichen Leben, um die Zusammenhänge zwischen Temperaturen und dem Beginn der Emergenz (Schlupf) von Libellen logisch erscheinen zu lassen. Ich denke fast jeder von uns hat daheim einen Kühlschrank, idealerweise ist der umweltfreundlich der Energieeffizienzklasse A++.  In ihm kühlen wir nicht nur Getränke wie z.B. Bier und Weißwein wegen des oftmals viel besseren Geschmacks, nein in erster Linie um unsere Lebensmittel länger frisch zu halten, bzw. um deren Verderb zu verlangsamen oder gar gänzlich aufzuhalten, da Bakterien und Keime sich nicht so rasch vermehren können, als das bei höheren Temperaturen der Fall ist.  Genau so verhält es sich mit den Libellenlarven. Je kühler ihr Entwicklungsgewässer, desto langsamer die Entwicklung, was auch mit ein Grund für die oftmals variierende Entwicklungsdauer darstellt. Cordulegaster boltonii von oben Bestes Beispiel sind unsere Quelljungfern, deren Larven sich in kühlen Quell- und Gebirgsbächen entwickeln und so von 4 bis zu 7 Jahre benötigen. Ein weiterer Grund ist dabei aber auch das Nahrungsangebot der räuberisch lebenden Libellenlarven. Je wärmer das Gewässer, desto artenreicher und schneller entwickeln sich auch alle anderen Bewohner eines Lebensraums. Der Stoffwechsel der im Wasser lebenden Tiere ist den Temperaturen des Wassers entsprechend angepasst. Manche Arten stellen die Entwicklung vollständig ein und der Stoffwechsel geht gegen null, wir sprechen dabei von einer Diapause. Ich zitiere dazu aus einem sehr lesenswerten Beitrag zur Diapause, folgenden interessanten Absatz: “ Eine Diapause kann in verschiedenen Entwicklungsstadien stattfinden. So gibt es die Puppendiapause, die Larvendiapause und die Imagines-Diapause (Imago = die erwachsene Form von Insekten). Bei vielen Säugetieren kommt es zur embryonalen Diapause, auch Keimruhe genannt. Eine Diapause kann durch verschiedene Faktoren ausgelöst werden, zum Beispiel durch einen Wechsel der Tageszeitlänge, durch Trockenheit, niedrige Temperaturen oder Nahrungsmittelknappheit. Oft lösen mehrere Faktoren in Kombination eine Diapause aus.”
Vollständigen Artikel auf Suite101.de lesen: Die Diapause hilft über schwierige Zeiten

 

Wir können nicht in die Zukunft schauen, aber ein kleiner Rückblick auf den Saisonstart der Jahre 2007 und 2008 in Brandenburg, mit fast 4 Wochen auseinander liegenden Saisonbeginn, geben uns einen gewissen Aufschluss auf die uns nun endlich bevorstehende Saison.

Der Winter 2006/2007  war sehr mild und bereits im März 2007 erreichte das Thermometer mit ca. 30°C ungewöhnlich früh, sommerliche Temperaturen. Die Emergenz von Pyrrhosoma nymphula (Frühe Adonislibelle) setzte am 27. März 2007 ein (Melder war Bernd Cegielka).

Der Winter 2007/2008 hingegen war nicht so mild wie in dem Jahr zuvor. Die Gewässer lagen bis in den März 2008 hinein unter einer Eisdecke. Erst Mitte April kletterten die Temperaturen auf über 20°C. Am 25. April 2008 durfte ich die ersten schlüpfenden Pyrrhosoma nymphula beobachten und fotografieren.

Pyrrhosoma nymphula Momentan haben wir in Deutschland fast überall frühlingshaftes Wetter, was die Chancen auf einen frühen Saisonbeginn steigern sollte. Ich selbst rechne in spätestens 4 Wochen mit den ersten Fundmeldungen aus dem Süden und Westen der Republik, wenn auch nicht aus meiner Heimat, dem noch um etwa 10°C kühlerem Berlin/Brandenburg. In der Regel kommt es aber meist nur zu regionalen Abweichnungen des Saisonbeginns von maximal 2 Wochen.

Bis dahin bleibt mir nur jedem Libellenfan zu empfehlen, sich einmal näher den Winterlibellen zu widmen. Winterlibellen sind hübsche, interessante, aber auch gut getarnte Libellen. Viel Erfolg bei der Suche!

Im LibellenWissen-Blog wird selbstverständlich genau wie im Vorjahr, stets aktuell über die bereits schlüpfenden Libellenarten berichtet.

Für Themen-Wünsche und Kritik habe ich stets ein offenes Ohr und freue mich über eure Nachricht. Kontaktiert mich ganz einfach per Mail. Vielen Dank!

Ich wünsche allen ein spannendes und interessantes Libellenjahr 2012!

Euer Andreas Thomas Hein


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Libelle des Jahres 2012

Mittwoch, Februar 1st, 2012

Die Blaugrüne Mosaikjungfer (Aeshna cyanea) wurde gekürt!

 

Eine weit verbreitete und noch nicht bedrohte Edellibelle (Aeshnidae) machte in diesem Jahr das Rennen

Auch in diesem Jahr wurde gemeinsam von Vertretern des BUND (Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland) und der GdO (Gesellschaft deutschsprachiger Odonatologen) eine Libelle ausgezeichnet und zur Libelle des Jahres 2012 ernannt. Etwas überraschend fiel das Votum der stimmberechtigten Fachleute mehrheitlich auf eine eher häufigere Libellenart, die Blaugrüne Mosaikjungfer (Aeshna cyanea). Aufgrund ihrer geringen Ansprüche an das Entwicklungshabitat, kommt die Blaugrüne Mosaikjungfer fast an jedem Gewässertyp vor. Selbst in Regenauffangbehältnissen wie Tonnen, Kübel und Eimer, die in Gärten, auf Balkonen/Terrassen oder auf Friedhöfen etc. herumstehen, wurden schon Larven oder gar schlüpfende Imagines gefunden. Die Flugzeit der Blaugrünen Mosaikjungfer erstreckt sich über den gesamten Sommer bis in den späten Herbst hinein.

Aeshna cyanea - female -

Die Begründung für diese Entscheidung erscheint mir dennoch plausibel und wurde meines Erachtens hervorragend gefällt. Die Blaugrüne Mosaikjungfer steht stellvertretend für die gesamte Insektenordnung Odonata (Libellen), um die Vorurteile auszuräumen, Libellen würden stechende, gar den Tod bringende Insekten mit einem riesigen Giftstachel sein.

Die Blaugrüne Mosaikjungfer (Aeshna cyanea)  wird ca. acht Zentimeter lang und ihre Flügelspannweite kann zehn bis elf Zentimeter Aeshna cyanea männlich _img_5249 betragen und ist unsere größte Mosaikjungfer. Der Flug ist eher ruhig als flatternd, dabei bleibt sie oft neugierig wenige Zentimeter vor uns Menschen in der Luft stehen, weshalb sie wohl verantwortlich für diverse erfundene Märchen und Horrorgeschichten und ganz besonders für die bedrohlichen Namen wie Teufelsnadel, Augenstecher usw. zu machen ist. Darüber berichtete ich bereits im LibellenWissen-Blog.

Die Blaugrüne Mosaikjungfer zählt zu den bekanntesten Libellen unserer Heimat und eignet sich auch gerade deshalb bestens darauf aufmerksam zu machen, wie es um die Vielfalt der Arten und ihre Bedrohung bestellt ist. Aeshna cyanea Erschreckender Weise sind von den 81 heimischen Libellenarten, 48 Spezies auf der Roten Liste der gefährdeten Insekten aufgeführt.

Übrigens wurde die Wahl zur Libelle des Jahres erst zum 2. Mal in Deutschland durchgeführt.

Die Libelle des Jahres 2011 war die Feuerlibelle (Crocothemis erythraea)

 

 

 

 

Sie haben in diesem Artikel einen Fehler entdeckt, eine Frage oder einen Verbesserungsvorschlag? Dann schreiben Sie mir bitte eine kurze Nachricht.

Andreas Thomas Hein  / LibellenWissen.de


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Libellen im November

Freitag, November 4th, 2011

Was Sie schon immer über Libellen wissen wollten (5)

 

 

Frage Nr.5) Fliegen Libellen auch noch im November, wenn ja, dann welche Arten?

 

Hallo liebe Libellenfreunde,

nun wird es langsam aber sicher etwas ruhiger an den Gewässern. In einigen Regionen Deutschlands, Österreichs und der Schweiz gab es die ersten frostigen Nächte und so manch ein Naturfreund fragt sich nun, ob die Libellen-Saison 2011 nun endgültig vorbei ist. Sympetrum striolatum - male Die Antwort lautet: Nein!  An sonnigen Tagen, jeweils um die Mittagszeit, kann man noch die Große Heidelibelle (Sympetrum striolatum) bei der Paarung und Eiablage beobachten. Das gleiche gilt an geeigneten Biotopen (Teiche mit Weiden oder ähnlichen Gehölzen drum herum) für die Gemeine Weidenjungfer (Lestes viridis). Mit etwas Glück patrouillieren auch noch die Männchen der Herbst-Mosaikjungfer (Aeshna mixta) oder Blaugrüne Mosaikjungfer (Aeshna cyanea) am oder fernab vom Gewässer auf der Suche nach einem Weibchen oder gar ein Weibchen bei der Eiablage.

Sehr viel Spaß kann man aber auch dabei haben, eine Winterlibelle aufzuspüren, die sich jetzt langsam aber sicher in ihre Winterquartiere begeben. Noch immer ist nicht ausreichend darüber bekannt, wo die Tiere sich genau verstecken. Ich versuche schon seit Jahren eine gefrostete Winterlibelle zu finden, bisher vergeblich. Für dieses Weibchen auf dem Foto war es noch nicht kalt genug.

Sympecma fusca - female - ice_img_46

Eine ganz besondere Beobachtung machte ein Libellenfreund in Niederösterreich, mit dem Fund eines relativ frisch geschlüpften Männchens Gemeine Becherjungfer (Enallagma cyathigerum). Also, immer schön die Augen offen halten, bisher war doch fast jede Saison am Ende noch für eine Überraschung gut. Haben Sie noch eine Libellenart im November beobachten können, die hier noch unerwähnt blieb?  Ja? Klasse, da würde ich mich über einen kurze Nachricht im LibellenWissen Gästebuch sehr freuen.

Nachtrag: am 6. November wurde mir der Fund einer weiblichen Lestes virens (Kleine Binsenjungfer) aus Bayern gemeldet.

Nachtrag: am 20 November fand mein Fotofreund Claus in NRW noch ein schönes rot gefärbtes Männchen Sympetrum meridionale – Südliche Heidelibelle

Viel Glück , viel Spaß und liebe Grüße

Andreas Thomas Hein

p.s. ein kleines Dankeschön möchte ich noch los werden.

LibellenWissen.de steht Ihnen Dank der Firma Schottenland.de ein weiteres Jahr kostenlos, ohne lästige Werbung durch nervige Popup Fenster zur Verfügung. Vielen, vielen Dank !

 

 

 

Libellen im Oktober

Samstag, Oktober 1st, 2011

Was Sie schon immer über Libellen wissen wollten (3)

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Frage Nr.3) Welche Libellenarten fliegen noch im Oktober?

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Hallo liebe Libellenfreunde,

solch eine verrückte Libellen-Saison 2011 aber auch, die sich so langsam verabschiedet. Nach starkem Beginn im April/Mai kam der verregnete Sommer und nun der sogenannte Altweibersommer, mit fantastischen Temperaturen und reichlich Sonnenschein, aber die Individienzahl schrumpft kontinuierlich , die Artenvielfalt nimmt immer mehr ab.

Brandenburger Natur landscape 1_3917_1

Nun erreichte mich bereits im September schon einige Male die Frage, was fliegen denn nun im Oktober noch für Libellenarten? Sterben die Libellen jetzt nicht langsam? Sie haben an Ihrem Stammgewässer kaum noch Libellen?

So pauschal lassen sich die Fragen nicht immer beantworten. Schauen Sie zu verschiedenen Tageszeiten an Ihrem Gewässer vorbei und beobachten die Ufer und Flachwasser-Bereiche. Bei Sonnenschein sollten dann Heidelibellen, Herbst-Mosaikjungfern und Blaugrüne Mosaikjungfern erscheinen um sich zu paaren. In Ufernähe lassen sich dann wunderbar die Große Heidelibelle, Schwarze Heidelibelle, Gemeine Heidelibelle, Blutrote Heidelibelle, Gebänderte Heidelibelle und Sumpf-Heidelibelle bei der Eiablage beobachten. Zumeist werden die Weibchen von den Männchen begleitet, im Tandem wippend werden dann die Eier ins flache Wasser geworfen. Die Blutrote Heidelibelle meist eher in trocken gefallene Uferregionen.

Sympetrum striolatum, Eiablage im Tandemflugg_11

Oftmals gut versteckt im Alleingang, hat man auch schon mal die Gelegenheit verschiedene Weibchen der Mosaikjungfern bei der Eiablage zu erspähen. Die Eier werden einzeln in zumeist abgestorbene Pflanzenteile in Ufernähe gestochen. Daher ist es wichtig zu wissen, dass die Paarungsaktivitäten fast ausschließlich bei gutem Wetter, also bei Sonnenschein stattfinden. Eine Begehung der Gewässer ist daher in den Morgen- und späteren Abendstunden im Oktober nicht mehr so effektiv. Libellen sind schließlich wechselwarm und benötigen die wärmenden Sonnenstrahlen um aktiv zu sein.  Im Übrigen setzen sich nun auch die ansonsten stetig umherfliegenden Männchen der Mosaikjungfern auch häufiger mal ab. Die Sonne steht nicht so hoch wie im Juli, weshalb mich meine eigene Fotoausbeute im Herbst glücklicher macht, als jene vom Hochsommer (wenn wir denn so etwas noch einmal haben). Das Licht ist nicht so hart und die Reflexionen des Sonnenlichts halten sich in Grenzen.

Aeshna viridis - male_lw_3502

Die Blaugrüne Mosaikjungfer schwirrt nun überall umher, auf der Suche nach einem Weibchen. Sie fliegt durch Wälder, durch Gärten und Parke, gelegentlich auch schon einmal ins Wohn- oder Schlafzimmer. Kaum eine andere Libelle ist so neugierig wie die Blaugrüne Mosaikjungfer. Gelegentlich kostet ihre Neugier ihr auch schon mal das Leben. Falls Sie einen Garten haben und im Besitz einer Katze sein sollten, wissen Sie von was ich hier schreibe. Brav kommt der eine oder andere Stubentiger stolz mit seiner Beute im Maul zum Frauchen oder Herrchen. Nach meinen Beobachtungen im Internet reagieren die Tierbesitzer blitzschnell, versuchen die meist etwas angeschlagenen Moaikjungfer zu retten, holen schnurstracks ihre Kamera und Klick, Klick, Klick, endlich einmal eine Mosaikjungfer in Makrostellung der Kamera auf den Chip gebrannt. Selbst weniger an der Natur interessierte Fotografen können sich dann beim Anblick der Libelle mal so ganz aus der Nähe begeistern. Die sind aber auch hübsch.

Hier nun eine Aufstellung der noch recht aktiven Libellenarten im Oktober. Ausnahmen wird es immer mal geben, so wurde im Oktober 2010 in NRW noch ein frisch geschlüpfter Vierfleck gesichtet, der normal im Mai/Juni hätte schlüpfen müssen. Was sagt uns das? Libellen lesen keine Fachbücher, aber auch meinen Blog nicht. :-)

Sympetrum depressiusculum-male

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Libellen im Oktober:

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Kleinlibellen:

1. Gemeine Weidenjungfer – Lestes viridis (Gebietsweise noch zahlreich)

2. Kleine Binsenjungfer – Lestes virens (Gebietsweise noch zahlreich)

3. Gemeine Binsenjungfer – Lestes sponsa (vereinzelt noch vorhanden)

4. Gemeine Winterlibelle – Sympecma fusca (zahlreich jedoch bereits abseits der Gewässer)

5. Sibirische Winterlibelle – Sympecma paedisca ( bereits abseits der Gewässer)

6. Große Pechlibelle – Ischnura elegans (2. Generation) (vereinzelt noch vorhanden)

7. Kleine Pechlibelle – Ischnura pumilio (2. Generation) (vereinzelt noch vorhanden)

8. Gemeine Becherjungfer – Enallagma cyathigerum (2. Generation) (vereinzelt noch vorhanden)

9. Kleines Granatauge – Erythrmma viridulum (vereinzelt noch vorhanden)

10. Gebänderte Prachtlibelle  - Calopteryx splendens (vereinzelt noch vorhanden)

Großlibellen:

11. Frühe Heidelibelle – Sympetrum fonscolombii (2. Generation schlüpft gerade noch)

12. Große Heidelibelle – Sympetrum striolatum (Gebietsweise noch zahlreich)

13. Gemeine Heidelibelle – Sympetrum vulgatum (Gebietsweise noch zahlreich)

14. Blutrote Heidelibelle – Sympetrum sanguineum (Gebietsweise noch zahlreich)

15. Schwarze Heidelibelle – Sympetrum danae (Gebietsweise noch zahlreich)

16. Gebänderte Heidelibelle – Sympetrum pedemontanum (vereinzelt noch vorhanden)

17. Sumpf-Heidelibelle – Sympetrum depressiusculum (Gebietsweise noch zahlreich)

18. Glänzende Smaragdlibelle – Somatochlora metallica (vereinzelt noch vorhanden)

19. Herbst-Mosaikjungfer – Aeshna mixta (Gebietsweise noch zahlreich)

20. Blaugrüne Mosaikjungfer – Aeshna cyanea (noch vorhanden)

21. Grüne Mosaikjungfer – Aeshna viridis (vereinzelt noch vorhanden)

22. Torf-Mosaikjungfer – Aeshna juncea (vereinzelt noch vorhanden)

23.  Hochmoor-Mosaikjungfer – Aeshna subarctica (vereinzelt noch vorhanden)

24. Braune Mosaikjungfer – Aeshna grandis (vereinzelt noch vorhanden)

25. Grüne Flussjungfer – Ophiogomphus cecilia (vereinzelt noch vorhanden)

26. Kleine Zangenlibelle – Onychogomphus forcipatus (vereinzelt noch vorhanden)

27. Zweigestreifte Quelljungfer – Cordulegaster boltonii (vereinzelt noch an Quellbächen vorhanden)

Ophiogomphus cecilia - male

Da staunen Sie sicherlich was doch noch für eine Menge verschiedener Arten auf den Flügeln sind? Erst wenn die Nächte frostig werden, haben Libellen kaum eine Überlebenschance, bis auf die Winterlibellen, die sich in ihre Winterquartiere zurückziehen, sich gut vor Wind und Feind schützen.

Haben Sie noch eine hier nicht aufgeführte Libelle gesichtet? Ich freue mich auf Ihre Nachricht!

Viel Spaß bei Ihren Herbst-Ausflügen und weiterhin spannende Beobachtungen wünscht Ihnen

Andreas Thomas Hein

Geschlechtsbestimmung

Mittwoch, August 10th, 2011

Geschlechtsmerkmale der Libellen

 

Weibchen oder Männchen?

 

Sicher stehen einige von Ihnen häufiger vor der Frage, wie sich männliche und weibliche Libellen unterscheiden lassen. Andere von Ihnen sind der Meinung sie wüssten das bereits, schließlich sind die Männchen immer auffälliger gefärbt als die Weibchen. Das stimmt auch recht häufig, aber: Die Farben der Libellen variieren nach Alter, Umgebungstemperatur und Lebensraum.

  • es gibt Arten ohne auffälligen Geschlechtsdimorphismus (Unterschied in Farbe und/oder Form), wie z.B die Winterlibellen sowie einige weibliche Farbformen der Schlanklibellen (Große Pechlibelle, Gemeine Becherjungfer, Hufeisen-Azurjungfer..), um nur einige zu nennen.
Sympecma fusca duo
  • die Farben sind bei recht frisch geschlüpften Individuen noch nicht vorhanden, sie bilden sich erst ca. 10-14 Tage nach der Metamorphose.
Sympetrum sanguineum-immature
  • einige Weibchen verfügen über zu viel männliche Hormone und färben sich ähnlich der Männchen. wir sprechen in solchen Fällen von homöochrom oder auch androchromen (männchenfarben) Weibchen.
Sympetrum vulgatum

Achten Sie viel mehr auf die geschlechtsspezifischen Merkmale, dann erliegen Sie bei der Bestimmung von Libellen keinen Irrtümern, sofern Ihnen die Libelle eine Ansicht auf die wie folgt beschriebenen Merkmale ermöglicht.

Geschlechtsmerkmale der männlichen Libellen:

Das männliche Begattungsorgan befindet sich auf der Unterseite des 2. Abdominalsegments. Das Begattungsorgan (Kopulationsapparat) wird auch als sekundäres Geschlechtsmerkmal bezeichnet. Am Ende des Abdomens, unter dem 9. Abdominalsegment befindet sich zusätzlich die Genitalöffnung, das primäre Geschlechtsorgan, welches dem Begattungsorgan anderer Insekten entspricht. männl. begattungsorgan_primaer_img

Vor jeder Paarung muss das Männchen sein sekundäres Begattungsorgan zum primären Begattungsorgan führen, um es mit Sperma zu befüllen.

Ein weiteres Merkmal sind die unterschiedlichen Hinterleibsanhänge. Männchen haben stets 2 obere (Appendices superiores oder Cerci) und einen (Großlibellen) oder zwei (Kleinlibellen) untere Hinterleibsanhänge (Appendices inferiores), welche wie eine Zange zur Ergreifung der Weibchen dient, um sich mit ihnen zu paaren und sie eventuell bei der anschließenden Eiablage zu begleiten. Über das folgende Link gelangen Sie zum Artikel, der sich mit den unterschiedlichen Varianten der Eiablage befasst!

Segellibellen Geschlechtsbestimmung

Häufig haben die Männchen ein schlankeres Abdomen als die Weibchen, besonders deutlich ist dieser Unterschied bei den Edellibellen und Falkenlibellen zu erkennen. Das 3. bis 4. Abdominalsegment ist beim Männchen schlanker, regelrecht tailliert.

Geschlechtsmerkmale der weiblichen Libellen:

Die Weibchen besitzen unterhalb des 8. und 9. Hinterleibssegments einen Legeapparat (Ovipositor) der allerdings bei sehr vielen Segellibellenarten stark verkümmert sein kann.

Kleinlibellen-Geschlechtsbestimmung

Weibchen besitzen nur 2 obere, unbewegliche Hinterleibsanhänge (Cerci), welche oftmals wesentlich kürzer und meist weiter auseinander stehend sind, als die oberen Hinterleibsanhänge der Männchen.

Häufig ist das Abdomen der Weibchen kräftiger gebaut, als das der männlichen Libellen, da sich darin, neben dem röhrenfömigen Herz und der Verdauungsorgane, die inneren weiblichen Geschlechtsorgane befinden.

Geschlechtsbestimmung-male und female

Weitere interessante Informationen entnehmen Sie bitte dem Artikel über das Paarungsrad.

Sie haben auch eine Frage oder einen Verbesserungsvorschlag? Dann kontaktieren Sie mich bitte per Mail.

 

Weiterhin viel Spaß auf LibellenWissen.de und vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit,

mit besten Grüßen Ihr Andreas Thomas Hein


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