Südliche Binsenjungfer – Lestes barbarus

Die Südliche Binsenjungfer im Profil / Migrant Spreadwing

Wissenschaftl. Name: Lestes barbarus (Fabricius, 1798)

Gattung : Lestes – Binsenjungfern
Familie : Lestidae – Teichjungfern

Überfamilie : Lestoidea – Teichjungfernartige
Unterordnung : Zygoptera – Kleinlibellen
Ordnung : Odonata – Libellen 
Lestes barbarusLestes barbarus
Lestes barbarus, Männchen                     Lestes barbarus, Weibchen

Wissenswertes:
Die Südliche Binsenjungfer ist die einzige Art dieser Gattung, bei der die Weibchen ihre Eier nicht in Begleitung des Männchens legen.
Lestes barbarus (Südliche Binsenjungfer) wurde erstmals im Jahre 1798 von Fabricius unter dem Namen Agrion barbara beschrieben und ist somit die erste beschriebene Art, welche heute der Familie Lestidae (Teichjungfern) angehört.

Merkmale:
Mit einer Körperlänge von bis zu 45 mm und Flügelspannweiten bis zu 54 mm ist die Südliche Binsenjungfer innerhalb ihrer Gattung recht groß. Die wärmeliebende Südliche Binsenjungfer lässt sich gut durch ihr zweifarbiges Flügelmal (Pt = Pterostigma) von den anderen Teichjungfern unterscheiden. Zweifarbig soll heißen, in etwa zur Hälfte weiß, zur Hälfte braun. Eine blaue Bereifung am Abdomen fehlt weitgehend. Lestes barbarus - femaleDer Thorax weist zwischen der Grünfärbung einen breiten hellen Streifen (Antehumeralstreifen) auf, die Vorderbrust ist hell, genau wie der Hinterkopf. Insgesamt wirkt die Südliche Binsenjungfer dadurch heller als andere Binsenjungfern.
Die unteren Hinterleibsanhänge der Männchen (von oben betrachtet) können der sicheren Bestimmung dienen. Diese sind bei dieser Art kurz, gerade und nach innen geneigt.

Bevorzugter Lebensraum:
Die Südliche Binsenjungfer ist sehr wanderfreudig und besiedelt gern neu entstandene, kleinere Gewässer.

Flugzeit:
Juni bis Oktober.

Rote Liste Deutschland: RL — = nicht gefährdet
Rote Liste Österreich: EN = stark gefährdet
Rote Liste Schweiz: NE = nicht beurteilt

Besonderheiten:
Bei der Südlichen Binsenjungfer handelt es sich um eine mediterrane Libellenart, deren Bestand sehr stark schwankt, nach kalten Wintern kann diese Libelle Gebietsweise völlig ausfallen und im folgenden Jahr wieder verstärkt auftreten. Vermutlich ist die Südliche Binsenjungfer ein Gewinner des Klimawandels!

weitere Fotos von Lestes barbarus (Südliche Binsenjungfer):

Lestes barbarusLestes barbarus

Lestes barbarusLestes barbarus

Lestes barbarusLestes barbarus

Lestes barbaruslestes barbarus male

Weitere Arten unserer Teichjungfern sortiert nach Gattungen:

Gattung = Binsenjungfern – Lestes:

Lestes dryas (Kirby, 1890) – Glänzende Binsenjungfer

Lestes macrostigma (Eversmann, 1836) – Dunkle Binsenjungfer

Lestes sponsa (Hansemann, 1823) – Gemeine Binsenjungfer

Lestes virens vestalis Rambur, 1842 – Kleine Binsenjungfer

Gattung = Weidenjungfern – Chalcolestes:

Chalcolestes viridis (Vander Linden, 1825) Westliche Weidenjungfer (häufig der Gattung Teichjungfern (Lestes) zugeordnet – Chalcolestes wurde beschrieben als Große Binsenjungfer, Gemeine Weidenjungfer oder Weidenjungfer – Lestes viridis)

Gattung = Winterlibellen – Sympecma:

Sympecma fusca (Vander Linden, 1820) Gemeine Winterlibelle

Sympecma paedisca (Brauer, 1877) Sibirische Winterlibelle

oder

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Literatur:
K. Sternberg, R. Buchwald (1999): Die Libellen Baden-Württembergs Bd. 1, Eugen Ulmer, ISBN 3-8001-3508-6
Jödicke R (1997): Die Binsenjungfern und Winterlibellen Europas, Die Neue Brehm-Bücherei Bd. 631, Westarp-Wissenschaften, ISBN 3-89432-460-0
K.-D. B. Dijkstra (2006): Field Guide to the Dragonflies of Britain and Europe. British Wildlife Publishing, ISBN 0-953139948
H. Bellmann (2007): Der Kosmos Libellenführer (Die Arten Mitteleuropas sicher bestimmen). Franckh-Kosmos, ISBN 978-3440106167
G. Jurzitza (2000): Der Kosmos-Libellenführer (Die Arten Mittel- und Südeuropas). Franckh-Kosmos, ISBN 3-440-08402-7