Gebänderte Prachtlibelle – Calopteryx splendens

Die Gebänderte Prachtlibelle im Profil / engl: Banded Demoiselle

Wissenschaftl. Name: Calopteryx splendens (Harris, 1782)

Gattung: Calopteryx – Prachtlibellen

Familie: Calopterygidae – Prachtlibellen

Überfamilie: Calopterygoidea – Prachtlibellenartige
Unterordnung: Zygoptera – Kleinlibellen
Ordnung: Odonata – Libellen
Calopteryx splendensCalopteryx splendens
Calopteryx splendens, Männchen                Calopteryx splendens, Weibchen

Wissenswertes:
Die Gebänderte Prachtlibelle und ihre Schwesternart, Blauflügel-Prachtlibelle sind die größten Arten unter den Kleinlibellen unserer Heimat. Gar manch eine Großlibelle ist kleiner als die Prachtlibellen.

Merkmale:
Die Männchen der Gebänderten Prachtlibelle haben eine metallisch glänzende, blaugrüne Grundfarbe. Die letzten drei Hinterleibssegmente sind unterseits gelb-weiß gefärbt. Den leicht grünlich getönten Flügeln fehlt das für Libellen so typische Flügelmal. Aufgrund der breiten, schwarzblau schillernde Flügelbinde, welches die Basis und die Spitze frei lässt, sind die Männchen recht einfach zu bestimmen und leicht von der Blauflügel-Prachtlibelle zu unterscheiden.
Calopteryx splendens - femaleDie Grundfarbe der Weibchen ist grün bis bronzen, stark schillernd, die Flügel grünlich getönt. Ausgefärbte Weibchen besitzen ein weißes „Pseudo-Flügelmal“, welches sich von dem Flügelmal der Arten anderer Familien in der Konstruktionsweise unterscheidet. Das Flügelmal ist von Adern durchzogen, was bei einem „echten“ Flügelmal nicht der Fall ist. Calopteryx splendens - female identificationDie Unterseite der Brust ist gelblich somit heller als bei ihrer Schwesternart Calopteryx virgo. Ferner befindet sich an beiden Thoraxseiten eine deutlich sichtbare helle, zumeist gelbe Naht. Siehe Foto rechts, bitte anklicken.

Bevorzugter Lebensraum:
Die Gebänderte Prachtlibelle bevorzugt langsam fließende Gewässer mit sandigem Untergrund.
Die Habitate der Gebänderten Prachtlibelle besitzen in der Regel stärker besonnte Bereiche, als die ihrer Schwesternart. Gemischt besonnte Bereiche werden häufig auch von beiden Libellenarten gemeinsam besiedelt.

Flugzeit:
Ende Mai bis August / September.

Rote Liste Deutschland: RL — = nicht gefährdet
Rote Liste Österreich: NT = potenziell gefährdet
Rote Liste Schweiz: LC = nicht gefährdet

Besonderheiten:
Anders als die Libellen anderer Gattungen, zeigt die Gebänderte Prachtlibelle ein ausgeprägtes Balzverhalten. Die Eiablage findet nicht im Tandem statt, dennoch bewacht das Männchen sein begattetes Weibchen, wobei es sich zumeist in der Nähe des Geschehens niederlässt. Gelegentlich tauchen die Weibchen während der Eiablage vollständig ins Wasser ein.

Caloptery splendens - female lays eggs under water 3/ by Kathrin Zander from BavariaCaloptery splendens - female lays eggs under water 2/ by Kathrin Zander from Bavaria

Vielen Dank an Kathrin Zander für diese beiden hervorragenden Aufnahmen.

Die blauen Farbanteile in den Flügeln der Männchen können stark variieren. Calopteryx splendens ist gibt es zahlreiche Unterarten, teilweise aber auch umstritten. In Mitteleuropa haben wir es mit Calopteryx splendens splendens zu tun.

Viel Spaß bei der Betrachtung weiterer Fotos von Calopteryx splendens:

Calopteryx splendensCaloperyx splendens

Calopteryx splendensCalopteryx splendens

Calopteryx splendens_male_libellen_odonata_zygopteraCalopteryx splendens - female _img_9467

Calopteryx splendensCalopteryx splendens - in minimalistischer Gestaltung

Calopteryx splendens - female - MetamorphoseCalopteryx splendens - female

Calopteryx splendens - femaleCalopteryx splendens splendens - male

In Deutschland und Österreich existiert bisher nur eine weitere Art der Familie Calopterygidae:

Calopteryx virgo (Linnaeus, 1758) – Blauflügel-Prachtlibelle

In der Schweiz kommen noch folgende 3 Unterarten vor:

Calopteryx splendens caprai (Conci, 1956) – Italienische Prachtlibelle
Calopteryx splendens xanthostoma (Charpentier, 1825) – Südwestliche Prachtlibelle
Calopteryx virgo meridionalis (Selys, 1873) – Südliche Prachtlibelle

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Literaturhinweise:

K. Sternberg, R. Buchwald (1999): Die Libellen Baden-Württembergs Bd. 1, Eugen Ulmer, ISBN 3-8001-3508-6
Rüppell, G., D. Hilfert-Rüppell, G. Rehfeldt & C. Schütte (2005): Die Prachtlibellen Europas – Calopterygidae. Die Neue Brehm-Bücherei Bd. 654, Westarp-Wissenschaften, ISBN 3-89432-883-5