Große Moosjungfer – Leucorrhinia pectoralis

Die Große Moosjungfer im Profil / engl: Yellow-spotted Whiteface

Wissenschaftl. Name: Leucorrhinia pectoralis (Charpentier, 1825)

Gattung: Leucorrhinia – Moosjungfern

Familie: Libellulidae – Segellibellen

Überfamilie: Libelluloidea –  Segellibellenartige
Unterordnung: Anisoptera – Großlibellen
Ordnung: Odonata – Libellen

Leucorrhinia pectoralisLeucorrhinia pectoralis - female - androchrom

Leucorrhinia pectoralis, Männchen             Leucorrhinia pectoralis, Weibchen

Wissenswertes:
Die Große Moosjungfer ist, wie der deutsche Name bereits verrät, die Größte von insgesamt 5 in Mitteleuropa vorkommenden Arten der Gattung Leucorrhinia (Moosjungfern).

Merkmale:

Die Große Moosjungfer hat wie alle Moosjungfern eine schwarze Grundfärbung und eine weiße Stirn (frons). Die Körperlänge beträgt zwischen 32 und 39 mm, bei maximaler Flügelspannweite von 66 mm. Die Große Moosjungfer ist am ehesten mit der Nordischen Moosjungfer und der Kleinen Moosjungfer zu verwechseln. In der Länge nehmen sie sich fast gar nichts, jedoch sind sie ein ganzes Stück kräftiger. Junge Männchen und die Weibchen haben auf dem Abdomen (Hinterleib) ausgedehnte, kräftige gelbe Flecken. Jeder einzelne Fleck erstreckt sich über die gesamte Länge eines Segments.  Bei den Männchen verdunkeln sich die Flecken während der Reifephase und werden mit dem Alter rotbraun. Nur der Fleck auf dem  7 Abdominalsegment bleibt leuchtend gelb bis orange, wodurch sich die Große Moosjungfer recht gut von den anderen Moosjungfern unterscheiden lässt.

Leucorrhinia pectoralis - adult maleLeucorrhinia pectoralis - immature female

Bevorzugter Lebensraum:
die Große Moosjungfer besiedelt Moorgewässer und aufgelassene (Hand-)Torfstiche, aber auch moorige und anmoorige Teiche und Weiher, Zwischenmoorbereiche, Sandgruben, Lehmlachen und ähnliche Gewässer. Bevorzugt werden kleinere, fischfreie, strukturreiche, windgeschützte und teils besonnte Gewässer. Die Entwicklung der Larve vollzieht sich im Gewässer, nach zwei bis drei Jahren schlüpfen die Tiere.

Flugzeit:
Anfang Mai bis Juli.

Rote Liste Deutschland: RL 3 = gefährdet
Rote Liste Österreich: CR = vom Aussterben bedroht
Rote Liste Schweiz: CR = vom Aussterben bedroht

Besonderheiten:
Die Große Moosjungfer genießt höchsten Schutzstatus und zählt zu den besonders streng geschützten Libellenarten nach europäischen FFH (Flora-Fauna-Habitat)- Richtlinien gemäß der Anhänge II und IV ! Die Große Moosjungfer kommt meist nur in sehr geringen Stückzahlen vor, ist jedoch recht weit verbreitet.

 

Weitere Fotos von Leucorrhinia pectoralis:

Leucorrhinia pectoralisLeucorrhinia pectoralis - Kopula

Leucorrhinia pectoralis - white noseLeucorrhinia pectoralis - male

Leucorrhinia pectoralis - male - juvenilLeucorrhinia pectoralis - weiblich

Leucorrhinia pectoralis - male 1Leucorrhinia pectoralis - male 2

Leucorrhinia pectoralis - kopulaLeucorrhinia pectoralis - immature male with Exuvie

Leucorrhinia pectoralis - male - immatureLeucorrhinia pectoralis - young male

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Weitere Arten unserer Segellibellen sortiert nach Gattungen

Gattung = Libellula – Segellibellen:

Vierfleck – Libellula quadrimaculata

Plattbauch – Libellula depressa

Spitzenfleck – Libellula fulva

Gattung = Orthetrum – Blaupfeile:

Großer Blaupfeil – Orthetrum cancellatum

Kleiner Blaupfeil – Orthetrum coerulescens

Südlicher Blaupfeil – Orthetrum brunneum

Östlicher Blaupfeil – Orthetrum albistylum

Gattung = Sympetrum – Heidelibellen:

Blutrote Heidelibelle – Sympetrum sanguineum

Gemeine Heidelibelle – Sympetrum vulgatum

Große Heidelibelle – Sympetrum striolatum

Schwarze Heidelibelle – Sympetrum danae

Gefleckte Heidelibelle – Sympetrum flaveolum

Gebänderte Heidelibelle – Sympetrum pedemontanum

Frühe Heidelibelle – Sympetrum fonscolombii

Südliche Heidelibelle – Sympetrum meridionale

Sumpf-Heidelibelle – Sympetrum depressiusculum

Gattung = Leucorrhinia – Moosjungfern:

Kleine Moosjungfer – Leucorrhinia dubia

Zierliche Moosjungfer – Leucorrhinia caudalis

Nordische Moosjungfer – Leucorrhinia rubicunda

Östliche Moosjungfer – Leucorrhinia albifrons

Gattung = Crocothemis – Feuerlibellen:

Feuerlibelle – Crocothemis erythraea

oder

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Literaturhinweise:
K. Sternberg, R. Buchwald (2000): Die Libellen Baden-Württembergs Bd. 2, Eugen Ulmer, ISBN 3-8001-3514-0
K.-D. B. Dijkstra (2006): Field Guide to the Dragonflies of Britain and Europe. British Wildlife Publishing, ISBN 0-953139948
H. Bellmann (2007): Der Kosmos Libellenführer (Die Arten Mitteleuropas sicher bestimmen). Franckh-Kosmos, ISBN 978-3440106167
A. Lehmann, J.H. Nüß (1998): Libellen – Bestimmungsschlüssel für Nordeuropa, Mitteleuropa und Frankreich, Deutscher Jugendbund für Naturbeobachtung, ISBN 3-923376-15-4