Zweigestreifte Quelljungfer – Cordulegaster boltonii

Die Zweigestreifte Quelljungfer im Profil

engl: Common Goldenring or Golden-ringed Dragonfly

Wissenschaftl. Name: Cordulegaster boltonii (Donovan, 1807)

Gattung : Cordulegaster – Quelljungfern

Familie : Cordulegastridae – Quelljungfern

Überfamilie : Aeshnoidea – Edellibellenartige
Unterordnung : Anisoptera – Großlibellen
Ordnung : Odonata – Libellen

Cordulegaster boltoniiCordulegaster boltonii

Cordulegaster boltonii, Männchen         Cordulegaster boltonii, frisches Weibchen mit Exuvie

Wissenswertes:
Die Zweigestreifte Quelljungfer (Cordulegaster boltonii) ist neben der Gestreiften Quelljungfer (C. bidentata) die einzige in Deutschland heimische Quelljungfer.
Die Entwicklungszeit der Larven beträgt 4 bis 5 Jahre. Die einzelnen Lebensräume sind oft sehr groß und bestehen oft aus weit verzweigten Bachsystemen.

Merkmale:
Die Zweigestreifte Quelljungfer zählt zu den größten Libellen Mitteleuropas. Cordulegaster boltonii erreicht eine Körperlänge von etwa 75 bis 80mm und eine Spannweite von ca. 85-105mm. Der Körper ist schwarz gefärbt, die Augen sind grün. Die Hinterleibssegmente haben jeweils 2 gelbe Querbinden: Eine breite und eine schmale. Dies ist ein sicheres Unterscheidungsmerkmal zu C. bidentata (Gestreifte Quelljungfer), die jeweils nur eine gelbe Binde hat.
Ein weiteres Unterscheidungsmerkmal zur Schwesternart ist das Hinterhauptsdreieck (an der Kopfoberseite zwischen den Augen), das bei C. boltonii gelb und bei C. bidentata schwarz ist.

Bevorzugter Lebensraum:
Schmale und saubere Bäche, meist mit sandigen oder feinkiesigen Gründen. Man kann die Zweigestreifte Quelljungfer auch in einiger Entfernung von Gewässern an besonnten Waldrändern antreffen.

Flugzeit:
Mitte Juni bis Ende August.

Rote Liste Deutschland: RL — = nicht gefährdet.

Rote Liste Österreich: VU = verletzlich

Rote Liste Schweiz: LC = nicht gefährdet

 

Besonderheiten:
Bei beiden heimischen Quelljungfer-Arten berühren sich die smaragdgrünen Augen nur in einem einzigen Punkt (bei anderen Großlibellen sind sie entweder vollständig getrennt oder berühren sich über eine längere Strecke).

Die Eiablage wird von den Weibchen ohne Begleitung der Männchen vorgenommen. Mit ihrem langen Legeborher stechen die Weibchen ihre Eier in den sandigen Grund von Quellbächen, wobei der Legebohrer sich mit der Zeit stark abnutzt. Der Legebohrer junger Weibchen ist spitz und seine halbe Länge überragt den Hinterleib.

Weitere Fotos von Cordulegaster boltonii:

Cordulegaster boltoniiCordulegaster boltonii

Cordulegaster boltonii mit ExuvieCordulegaster boltonii male immature

Cordulegaster boltonii maleCordulegaster boltonii von oben

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weitere mitteleuropäische Arten der Familie Cordulegastridae:

Gestreifte Quelljungfer – Cordulegaster bidentata

Große Quelljungfer – Cordulegaster heros (nur in Österreich und dem Balkan)

 

Literaturhinweise: 

K. Sternberg, R. Buchwald (2000): Die Libellen Baden-Württembergs Bd. 2, Eugen Ulmer, ISBN 3-8001-3514-0

H. Bellmann (2007): Der Kosmos Libellenführer (Die Arten Mitteleuropas sicher bestimmen). Franckh-Kosmos, ISBN 978-3440106167

Schiemenz, H. (1953): Die Libellen unserer Heimat, Urania-Verlag. (Antiquariat)

Robert, Paul-A. (1959)  Die Libellen (Odonaten), Kummerly & Frey, Geographischer Verlag Bern, (Antiquariat)