Libellenarten in Deutschland

Artenliste der Libellen (Odonata) Deutschlands

Bisher kommen 81 Libellenarten aus 9 Familien in Deutschland vor,

welche hier untereinander gelistet, ihren jeweiligen Familien zugeordnet namentlich vorgestellt werden.

In Österreich sind es aktuell 78 Arten und in der Schweiz 85 Arten, inklusive einiger Unterarten.

Libellen (Odonata) werden unterteilt in 3 Unterordnungen: Großlibellen, Kleinlibellen und Urlibellen.
In der Systematik der Lebewesen bilden die Libellen (Odonata) eine Ordnung innerhalb der Klasse der Insekten (Insecta)

Sie mögen lieber eine Liste aller Libellen in alphabetischer Reihenfolge benutzen? Dann wählen Sie bitte zwischen der Artenliste nach deutschen Namen und der Artenliste nach wissenschaftlichen Namen.

Bei den Kleinlibellen (Zygoptera=Gleichflügler) sind die Augenpaare deutlich voneinander getrennt, Vorderflügel und Hinterflügel sind nahezu gleich. In Ruhestellung können die Flügel über dem Körper zusammen gelegt werden, was sehr häufig der Fall ist. In Mitteleuropa sind die Kleinlibellen mit 30 Arten in vier Familien vertreten:

Schlanklibellen (Coenagrionidae):
merkmal_schlanklibellen_coenagrionidae_1 In Mitteleuropa leben 18 Arten dieser Familie, die sich am einfachsten auf Grund des Flügelmals zuordnen lassen. Hier gilt die Regel: Flügelmal ist kaum länger als breit und steht nur über 1-1,5 Flügelzellen. Aber Vorsicht! Auch die Federlibellen besitzen dieses Merkmal.
Arten:
Ceriagrion tenellum (de Villers, 1850) – Zarte Rubinjungfer
Coenagrion armatum (Charpentier, 1840) – Hauben-Azurjungfer
Coenagrion hastulatum (Charpentier, 1825) – Speer-Azurjungfer
Coenagrion hylas (Trybom, 1889) – Sibirische (Bileks) Azurjungfer
Coenagrion lunulatum (Charpentier, 1840) – Mond-Azurjungfer
Coenagrion mercuriale (Charpentier, 1840) – Helm-Azurjungfer
Coenagrion ornatum (Selys, 1850) – Vogel-Azurjungfer
Coenagrion puella (Linnaeus, 1758) – Hufeisen-Azurjungfer
Coenagrion pulchellum (Vander Linden, 1825) – Fledermaus-Azurjungfer
Coenagrion scitulum (Rambur, 1842) – Gabel-Azurjungfer
Enallagma cyathigerum (Charpentier, 1840) – Gemeine Becherjungfer
Erythromma lindenii (Selys, 1840) – Saphirauge / Pokaljungfer
Erythromma najas (Hansemann, 1823) – Großes Granatauge
Erythromma viridulum (Charpentier, 1840) – Kleines Granatauge
Ischnura elegans (Vander Linden, 1820) – Große Pechlibelle
Ischnura pumilio (Charpentier, 1825) – Kleine Pechlibelle
Nehalennia speciosa (Charpentier, 1840) – Zwerglibelle
Pyrrhosoma nymphula (Sulzer, 1776) – Frühe Adonislibelle

Teichjungfern (Lestidae):
merkmale_teichjungfern_lestidae das Flügelmal ist gegenüber denen der Schlank- und Federlibellen viel länger als breit und steht über 2-4 Flügelzellen. In Mitteleuropa findet man 8 Arten dieser Familie. 

Arten:
Lestes barbarus (Fabricius, 1798) – Südliche Binsenjungfer
Lestes dryas (Kirby, 1890) – Glänzende Binsenjungfer
Lestes macrostigma (Eversmann, 1836) – Dunkle Binsenjungfer
Lestes sponsa (Hansemann, 1823) – Gemeine Binsenjungfer
Lestes virens vestalis Rambur, 1842 – Kleine Binsenjungfer
Chalcolestes viridis (Vander Linden, 1825) – Westliche Weidenjungfer
Sympecma fusca (Vander Linden, 1820) – Gemeine Winterlibelle
Sympecma paedisca (Brauer, 1877) – Sibirische Winterlibelle

Prachtlibellen ( Calopterygidae):
Calopteryx splendens Die Prachtlibellen sind unsere größten Kleinlibellen. Sie haben am Flügelansatz (Basis) sehr schmale und zur Mitte hin stark verbreiterte Flügel. In Mitteleuropa sind nur zwei Arten dieser Gruppe beheimatet.

Arten:
Calopteryx splendens (Harris, 1782) – Gebänderte Prachtlibelle
Calopteryx virgo (Linnaeus, 1758) – Blauflügel-Prachtlibelle

Federlibellen (Platycnemididae):
merkmale_federlibellen-platycnemidae ähneln den Schlanklibellen sehr und werden daher oft für Azurjungfern gehalten. Augenscheinlich das sicherste Unterscheidungsmerkmal ist jedoch der doppelte schwarze Längsstrich (Humeralstreifen) auf der Brust (Thorax) und die federartigen, mit langen Härchen besetzten Beinschienen, die für ihren Familiennamen verantwortlich sind. Hier zu Lande haben wir es jedoch nur mit einer einzigen Art zu tun.

Arten:
Platycnemis pennipes (Pallas, 1771) – Blaue Federlibelle


Bei den Großlibellen (Anisoptera=Ungleichflügler) berührt sich das Augenpaar mindestens an einem Punkt (Ausnahme Flussjungfern = Augenabstand geringer als Abstand der Fühler ). Die Hinterflügel sind am Ansatz ( Basis ) breiter als die Vorderflügel. Die Flügel sind nach abgeschlossener Metamorphose stets geöffnet. Im deutschsprachigen Raum haben wir es lediglich mit fünf Familien zu tun:

Edellibellen (Aeshnidae):
Aeshna cyanea gehören zu den größten und auffälligsten Arten unserer Heimat. Der Familie gehören die recht bunten Mosaikjungfern , die Königslibellen, Schilfjäger und die Geisterlibelle an. Insgesamt kommen 14 Arten dieser Familie bei uns vor.

Arten:
Aeshna affinis Vander Linden, 1820 – Südliche Mosaikjungfer
Aeshna caerulea (Ström, 1783) – Alpen-Mosaikjungfer
Aeshna cyanea (O.F. Müller, 1764) – Blaugrüne Mosaikjungfer
Aeshna grandis (Linnaeus, 1758) – Braune Mosaikjungfer
Aeshna isoceles (O.F. Müller, 1767) – Keilfleck-Mosaikjungfer
Aeshna juncea (Linnaeus, 1758) – Torf-Mosaikjungfer
Aeshna mixta Latreille, 1805 – Herbst-Mosaikjungfer
Aeshna subarctica elisabethae (Djakonov, 1922) – Hochmoor-Mosaikjungfer
Aeshna viridis Eversmann, 1836 – Grüne Mosaikjungfer
Anax ephippiger (Burmeister, 1839) – Schabracken-Königslibelle
Anax imperator Leach, 1815 – Große Königslibelle
Anax parthenope (Selys, 1839) – Kleine Königslibelle
Brachytron pratense (O.F. Müller, 1764) – Früher Schilfjäger
Boyeria irene (Fonscolombe, 1838) – Westliche Geisterlibelle

Segellibellen (Libellulidae):
Sympetrum striolatum Die Segellibellen stellen die zweit artenreichste Familie aller Familien unter den Libellen weltweit dar, davon finden wir 22 Arten in unserem Gebiet. Dazu gehören die reinen Segellibellen (3 Arten) wie Vierfleck, Plattbauch, Spitzenfleck, sowie Blaupfeile (4), Heidelibellen (9), Moosjungfern (5) und die recht neu beheimatete Feuerlibelle.

Arten:
Crocothemis erythraea (Brullé, 1832) – Feuerlibelle
Leucorrhinia albifrons (Burmeister, 1839) – Östliche Moosjungfer
Leucorrhinia caudalis (Charpentier, 1840) – Zierliche Moosjungfer
Leucorrhinia dubia (Vander Linden, 1825) – Kleine Moosjungfer
Leucorrhinia pectoralis (Charpentier, 1825) – Große Moosjungfer
Leucorrhinia rubicunda (Linnaeus, 1758) – Nordische Moosjungfer
Libellula depressa (Linnaeus, 1758) – Plattbauch
Libellula fulva (O.F. Müller, 1764) – Spitzenfleck
Libellula quadrimaculata (Linnaeus, 1758) – Vierfleck
Orthetrum albistylum (Selys, 1848) – Östlicher Blaupfeil
Orthetrum brunneum (Fonscolombe, 1837) – Südlicher Blaupfeil
Orthetrum cancellatum (Linnaeus, 1758) – Großer Blaupfeil
Orthetrum coerulescens (Fabricius, 1798) – Kleiner Blaupfeil
Sympetrum danae (Sulzer, 1776) – Schwarze Heidelibelle
Sympetrum depressiusculum (Selys, 1841) – Sumpf-Heidelibelle
Sympetrum flaveolum (Linnaeus, 1758) – Gefleckte Heidelibelle
Sympetrum fonscolombii (Selys, 1840) – Frühe Heidelibelle
Sympetrum meridionale (Selys, 1841) – Südliche Heidelibelle
Sympetrum pedemontanum (O.F. Müller in Allioni, 1766) – Gebänderte Heidelibelle
Sympetrum sanguineum (O.F. Müller, 1764) – Blutrote Heidelibelle
Sympetrum striolatum (Charpentier, 1840) – Große Heidelibelle
Sympetrum vulgatum (Linnaeus, 1758) – Gemeine Heidelibelle

Flussjungfern (Gomphidae):
Ophiogomphus cecilia Die Arten der Familie der Flussjungfern unterscheiden sich von den anderen Großlibellen durch deutlich voneinander getrennte Komplexaugen. Sowohl Männchen als auch Weibchen sind schwarz-gelb oder schwarz-grün gefärbt, im Alter färben sie sich meist schwarz-grau. Wie ihr Name schon vermuten lässt, findet man Flussjungfern vor allem an Bächen und Flüssen, dennoch können sich einige Arten auch in stehenden Gewässern entwickeln.

Arten:
Gomphus flavipes (Charpentier, 1825) – Asiatische Keiljungfer
Gomphus pulchellus (Selys, 1840) – Westliche Keiljungfer
Gomphus simillimus (Selys, 1840) – Gelbe Keiljungfer
Gomphus vulgatissimus (Linnaeus, 1758) – Gemeine Keiljungfer
Onychgomphus forcipatus (Linnaeus, 1758) – Kleine Zangenlibelle
Onychgomphus uncatus (Charpentier, 1840) – Große Zangenlibelle
Ophiogomphus cecilia (Fourcroy, 1785) – Grüne Flussjungfer

Quelljungfern (Cordulegastridae):
Cordulegaster boltonii In Mitteleuropa findet man drei Arten dieser Familie, in Deutschland nur zwei. Sie erreichen eine Flügelspannweite von bis zu 10,5 Zentimetern und sind auffallend schwarz-gelb gezeichnet.
Die Quelljungfern benötigen für die Entwicklung ihrer Larven saubere und schnell fließende Gewässer, wie Gebirgsbäche und Quellbäche. Diese Arten sind entsprechend selten.

Arten:
Cordulegaster bidentata (Selys, 1843) – Gestreifte Quelljungfer
Cordulegaster boltonii (Donovan, 1807) – Zweigestreifte Quelljungfer

Falkenlibellen (Corduliidae):
Somatochlora flavomaculata stehen den Segellibellen verwandtschaftlich sehr nahe und bilden die jüngste Familie (etwa 4 Mio Jahre) in der rund 360 Mio. jährigen Evolutionsgeschichte der Libellen. Die meisten Arten sind metallisch-grün gefärbt, wobei besonders die Körper der Smaragdlibellen ein schimmerndes Grün aufweisen. Im Alter färben sie sich bronzen bis schwarz. Die Augen sind bei den meisten Arten dieser Familie leuchtend grün. Ihren deutschen Namen verdanken sie ihrem schnellen, ausdauernden und gewandten Flug.

Arten:
Cordulia aenea (Linnaeus, 1758) – Falkenlibelle
Epitheca bimaculata (Charpentier, 1825) – Zweifleck
Oxygastra curtisii (Dale, 1834) – Gekielter Flussfalke
Somatochlora alpestris (Selys, 1840) – Alpen-Smaragdlibelle
Somatochlora arctica (Zetterstedt, 1840) – Arktische Smaragdlibelle
Somatochlora flavomaculata (Vander Linden, 1825) – Gefleckte Smaragdlibelle
Somatochlora metallica (Vander Linden, 1825) – Glänzende Smaragdlibelle

Der Name der von Ihnen gesuchte Libelle war nicht dabei? Eventuell finden Sie die gesuchte Libellenart in der Artenliste der Libellen Europas.

Allgemeiner Hinweis zur Auflistung der Libellenarten Deutschlands (Stand vom 01.04.2012/Reinhard Jödicke).

Die wissenschaftlichen Namen entsprechen der aktuellen Nomenklatur, die deutschen Namen dem Werk von Wildermuth & Martens (2014)Taschenlexikon der Libellen Europas: Alle Arten von den Azoren bis zum Ural im Porträt, Quelle & Meyer Verlag (824 Seiten). ISBN: 978-3-494-01558-3 sowie der Empfehlung von A. Martens, A. Schröter und H. Wildermuth, Libellula 33 3/4 (2014) erschienen im Febr. 2015, S. 233-244, ISSN 0723-6514.

Die Namen und Zahlen in Klammern bringen zum Ausdruck, wer die Art, wann beschrieben hat oder wo zum ersten mal etwas von dieser Art publiziert wurde.

Die gesamten auf meiner Seite veröffentlichten Informationen, wurden dem Internet und diverser Lektüre (genutzte Literatur) entnommen, teilweise ergänzt durch meine eigenen Beobachtungen. Ich bitte zu beachten, dass sämtliche Angaben je nach regionalen Gegebenheiten abweichen können.

Die Angaben zur Gefährdung der Libellen Deutschlands, entsprechen der aktuellen Roten Liste Deutschland von J. Ott, K.-J. Conze, A. Günther, M. Lohr, R. Mauersberger, H.-J. Roland & F. Suhling (2015, Stand Anfang 2012).

Für weitere Wünsche und Kritik habe ich stets ein offenes Ohr und freue mich über Ihre Nachricht.