Gefleckte Heidelibelle ist Libelle des Jahres 2015

Sympetrum flaveolum Bestände in den letzten Jahren stark rückläufig

nun ist es wieder soweit, die Libelle des Jahres wurde gekürt.

Hallo meine lieben Natur- und Libellen-Freunde,

Wie in jedem Jahr seit 2011, wurde vom Fachverband der Libellenkundler Deutschlands (Gesellschaft der deutschsprachigen Odonatologen e.V.) , kurz GdO e.V. und vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e.V., kurz BUND, eine Libellenart gewählt, die stellvertretend nicht nur für die ohnehin gefährdete Tiergruppe Libellen – Odonata, sondern auch als Beispiel für die Bedrohung unserer gesamten Natur steht, insbesondere auf den Artenschwund somit auf den Schutz und Erhalt der Artenvielfalt aufmerksam machen soll. Leider stehen aktuell 48  der  81 heimischen Libellenarten auf der Roten Liste. Die Gefleckte Heidelibelle wird bundesweit als „gefährdet“ (Rote Liste 3) eingestuft, wobei die Vorkommen der Art von Nord nach Süd abnimmt. So ist diese hübsche, zur Familie der Segellibellen zählende, Großlibelle in Bayern, Baden-Württemberg, Thüringen, im Saarland und in Rheinland-Pfalz gar „stark gefährdet“ (RL 2). 

Während die Gefleckte Heidelibelle vor einigen Jahren noch recht häufig aufzufinden war, ist sie heute nur noch selten zu entdecken. Gründe  hierfür sind starke Verluste der Lebensräume. Die von Mai bis Oktober fliegende Spezies bevorzugt vor allem stehende Gewässer, mit stark schwankenden Wasserständen und üppiger Vegetation. Diese Bedingungen findet die Gefleckte Heidelibelle auf Feuchtwiesen, Überschwemmungsflächen in Flussauen und Moortümpel. Optimal für die Art sind Gewässer die in den Sommermonaten fast oder gar gänzlich trocken fallen. Der BUND schreibt auf ihrer Seite, dass die Art indirekt von den Naturschutzmaßnahmen für die sich mit ihnen teilenden Lebensräume der Wiesenvögel und Amphibien profitieren würde.

Nach meinen eigenen Beobachtungen ist dies in Berlin und Brandenburg bisher jedoch nicht der Fall. So stehen die Wiesen im Sommer meist voll unter Wasser und trocknen zum Herbst hin aus. Das soll heißen, dass die Niederschläge in den Sommermonaten zunahmen, im Frühjahr und Herbst jedoch abnahmen. So eigneten sich die Biotope an denen ich selbst bis 2010 noch regelmäßig Gefleckte Heidelibellen finden konnte, in den Jahren 2011, 2012, 2013 und 2014 eher weniger gut. Soweit wohl bemerkt nur meine eigenen Beobachtungen. zudem fiel mir auch in zahlreichen Fotoforen auf, dass immer seltener einmal ein Sympetrum flaveolum Foto gezeigt wurde. Ein durchaus interessantes Thema, mit dem sich der eine oder andere Libellenkundler in der nächsten Zeit sicherlich ein wenig intensiver befassen wird. Ich selbst werde auf jeden Fall noch genauer hinschauen. 

Die Gefleckte Heidelibelle lässt sich recht einfach von den anderen Arten der Gattung Heidelibellen unterscheiden. Sie hat große gelbe bis orangefarbene Flecken an der Basis ihrer Flügel. Mehr Infos und Fotos zur Art findet ihr im Artensteckbrief und auf der Seite des BUND.

Die bisher gekürten Libellen des Jahres in der Übersicht:

Herzliche Grüße euer Andreas Thomas Hein