Die Libelle des Jahres 2014

Gefährdet, geschützt, 2014 gekürt, die Kleine Moosjungfer

Weiße Nase, schwarzer Körper mit roten oder gelben Flecken und nur 35 mm lang,

im Jahr 2014 ist die Kleine Moosjungfer (Leucorrhinia dubia) ganz groß

 
Hallo liebe Natur- und Libellen-Freunde,

nun ist es wieder soweit, sie steht fest, die Libelle des Jahres 2014. Wie in jedem Jahr, seit 2011, wurde vom Fachverband der Libellenkundler Deutschlands (Gesellschaft der deutschsprachigen Odonatologen e.V.) , kurz GdO e.V. und vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e.V., kurz BUND, eine Libellenart gewählt, die stellvertretend nicht nur für die ohnehin gefährdete Tiergruppe Libellen – Odonata, auch als Beispiel für die Bedrohung unserer gesamten Natur steht, insbesondere auf den Artenschwund somit auf den Schutz und Erhalt der Artenvielfalt aufmerksam machen soll.

Die Kleine Moosjungfer mit dem schönen wissenschaftlichen Namen Leucorrhinia dubia, weist genau wie die im Jahr  2013 gekürte Speer-Azurjungfer (Coenagrion hastulatum) auf den Verlust von den für unser aller Leben so bedeutsamen Moore hin. Wie der deutsche Gattungsname „Moosjungfer“ schon zum Ausdruck bringt, sind Moosjungfern an im Wasser wachsende Moose somit an saure Gewässer gebunden, in denen sich zahlreich ganz besonders Sphagnum-Moose (Torfmoose) befinden. Diese Moose wachsen fast ausschließlich in nährstoffarmen, moorigen Gewässern, vor allem in Hochmooren, Zwischenmooren und den Verlandungszonen von Moorseen. Die gegenüber Fischen wenig wehrhaften Kleine Moosjungfer-Larven finden in den Tormoosen Schutz vor ihren Fressfeinden.

Die Kleine Moosjungfer wird in der Roten Liste Deutschlands als „stark gefährdet“ (RL=2) eingestuft. In einigen Regionen fehlt die Art mangels entsprechender Lebensräume bereits vollständig oder ist aufgrund des Schwunds mooriger Habitate in  ihrem Bestand stark rückläufig.

Die Kleine Moosjungfer erreicht eine Körperlänge von nur etwa 3-3,6 Zentimetern, ihre Flügelspannweite beträgt maximal 6 Zentimeter. Damit ist die Kleine Moosjungfer unsere kleinste heimischen Moosjungfern-Art. Die wesentlichsten Erkennungsmerkmale sind ihre weiße Stirn und roten oder gelblichen Flecken auf schwarzem Grund. Die männliche Tiere haben zunächst gelbe Flecken oben auf dem Hinterleib, welches sich im Laufe ihres Lebens rot färben. Bei den weiblichen Tieren dunkeln die zunächst leuchtend gelben Flecken lediglich etwas ab. Die Flügelmale (Pterosigma) beider Geschlechter sind bräunlich bis schwarz. Die Kleine Moosjungfer beginnt in der Regel Anfang Mai zu schlüpfen. Ihre Hauptflugzeit liegt etwa zwischen Mitte Mai und Anfang Juli. Vereinzelt fliegen einige Exemplare bis in den September hinein. Die Entwicklungsdauer vom Ei bis zum fertigen Fluginsekt kann aufgrund des nährstoffarmen Lebensraums bis zu 4 Jahre betragen, mindestens aber 2 Jahre. In dieser Zeit häutet sich die Larve zwischen 11 und 13 mal.

Die bisherigen Libellen des Jahres 2011-2013 in der Übersicht:
Libelle des Jahres 2013 – Speer-Azurjungfer 
Libelle des Jahres 2012 – Blaugrüne Mosaikjungfer
Libelle des Jahres 2011 – Feuerlibelle
Weitere Tiere und Pflanzen des Jahres 2014 finden Sie bzw. findet ihr auf der Homepage des NABU.

Randnotiz: wer sich den LibellenWissen-Beitag zur Wahl der Libelle des Jahres 2013 anschaut wird feststellen, dass ich bereits im vorangegangenen Jahr mit der Wahl einer unserer 5 Moosjungfern gerechnet habe. Ich selbst befasse mich seit Jahren besonders intensiv mit den 5 Arten der Gattung, schließlich habe ich das Glück in einer Region beheimatet zu sein, in der alle 5 Arten bodenständig sind.
Ein Schelm ist wer nun denkt, dass LibellenWissen.de die Wahl zur Libelle des Jahres 2014 hat beeinflussen können. Meine Freude wäre nicht minder, hätte es die Große Pechlibelle oder die Hufeisen-Azurjungfer, also eine weitaus weniger gefährdete Libellenart geschafft. Libellen sind und bleiben für mich faszinierende Wesen. Jede Art ist auf ihre Weise einzigartig und schön!
Ich bedanke mich für Ihre/eure Aufmerksamkeit und wünsche uns allen ein spannendes Libellenjahr 2014,

Ihr / euer Andreas Th. Hein
LibellenWissen.de, Januar 2014