Libellen am Morgen mit Tautropfen

Libellen am Schlafplatz finden

(Teil 1/2)

Wo schlafen Libellen bzw. wo findet man eine mit Tau besetzte Libelle?

 

Was Sie schon immer über Libellen wissen wollten. (Frage Nr. 6)

 

Hallo Libellenfreund(in), hallo Makro-Fotograf(in)

gehörst du auch zu einem der nicht gerade wenigen, oftmals verdutzten, von Libellen faszinierten Makro-Fotografen, der sich die Frage stellt, wo man eine vor Kälte noch starre, bestenfalls mit Morgentau besetzte Libelle findet?

Im Grunde genommen ist das meist eine Glücksache eine Libelle am Rand eines Gewässers zu finden. Bekanntlich kann man Glück nicht erzwingen, es sich aber erarbeiten. Wie ich bereits in meinem LibellenWissen.de Blog-Beitrag „Libellen im Flug“ erwähnte, braucht man für die Fotografie von Libellen bzw. für die Makro-Fotografie im Allgemeinen viel Geduld. Ferner ist es enorm hilfreich sich im Vorfeld ein wenig mit seinen Wunschmotiven zu beschäftigen und etwas über ihr Verhalten zu erfahren.

Unerfahrene Makro-Fotografen und Libellenfreunde suchen nur all zu oft direkt am Gewässer nach schlafenden Libellen und beklagen sich darüber, dass Ihre Suche  wieder einmal mehr erfolglos blieb. Gehörst du auch genau zu jener Gruppe von Fotografen, welche sich beim Anschauen der Libellenfotos anderer Fotografen stets fragen, wie die Anderen denn das machen?

Hier in meinem LibellenWissen-Blog möchte ich euch gerne einige Tipps mit auf den Weg geben, so dass sich eure Chancen, eine schlafende Libelle zu finden, erhöhen sollten.

Die meisten Arten der Großlibellen entfernen sich meist ein paar 100 Meter weit vom Gewässer und wählen Schlafplätze hoch oben im Schutz der Bäume. Eine Ausnahme machen dabei einige Arten der Segellibellen. welche man auch auf Feldern und Wiesen, bevorzugt in der Nähe von Waldrändern finden kann.

Kleinlibellen bleiben meist in der Nähe der Gewässer, verstecken sich tief unten zwischen Gräsern und Binsen.  Sie zu entdecken braucht ein wenig Übung, da sich Kleinlibellen größtenteils um ihren Ansitz herum drehen, sich so meist versuchen sich hinter einem Halm vor uns zu verstecken. Für uns bleiben dadurch lediglich die weit auseinander stehenden Augen, manchmal auch die den Halm umklammernden Beine sichtbar.

Kleinlibellen lassen sich auch gelegentlich einfach fallen, so wie man das in erster Linie von Käfern kennt.

Nach meinen eigenen Beobachtungen hängt sehr viel vom Wetter ab. Nach verregneten Tagen oder abendlichen Gewitter entfernen sich Libellen in der Regel weiter vom Gewässer weg, als das nach einem warmen und trockenen Sommerabend der Fall ist. Daher lohnt es sich eher weniger, unmittelbar nach einer Schlechtwetterperiode, früh am Morgen nach Libellen zu suchen. Ist das Wetter allerdings durchgehend schön und die Temperaturen sinken nachts nicht unter 16°C, bleiben Libellen die ganze Nacht über flugfähig, des weiteren hält sich Taubildung in Grenzen, weht dazu noch ein laues Lüftchen bleibt selbst die Wiese direkt am Gewässer fast vollständig trocken. Ergo beachtet vor geplanten Exkursionen unter anderem auch Wettervorhersage bezüglich der nächtlichen Temperaturen. Optimale Bedingungen findet man meist im Mai bis in den Juni vor sowie gegen Ende August bis in den Oktober hinein.

Wie weiter oben schon erwähnt ist das Auffinden einer schlafenden, mit Tau besetzten Libelle auch immer eine Glückssache, selbst wenn ihr all meine Ratschläge befolgt ist das noch lange keine Garantie auch wirklich erfolgreich zu sein, aber die Chancen werden sich erhöhen.

Mit einem zeitlich erheblichen Mehraufwand kann man seinem Glück aber auch gewaltig auf die Sprünge helfen. Wie das geht erfahrt ihr rechtzeitig zum Beginn der Saison 2013 in einem 2. Teil hier im LibellenWissen-Blog. Vielleicht werde ich dann gleichzeitig einige Tricks verraten, die vermutlich eure Bewunderung für so manch einen eurer virtuellen fotografischen Vorbilder relativieren wird und euch die Augen öffnen dürfte, was so alles für ein tolles Foto getan wird, nur um erhöhte Aufmerksamkeit durch ein spektakuläres Foto zu bekommen. Denkt bitte stets daran, dass der Artenschutz immer an erster Stelle stehen sollte. Alle Libellen gehören laut Artenschutzgesetz zu den besonders geschützten Tierarten!

 

Viele Grüße euer Andreas Th. Hein