Verlierer des Jahres – die Gefleckte Heidelibelle

Dramatischer Verlust einer Heidelibellenart

Gibt es die Gefleckte Heidelibelle noch in Sachsen?

Ein Gastbeitrag von Dr. André Günther aus Freiberg in Sachsen

Liebe Libellenfreunde,

in den letzten Jahren gab es immer wieder positive Nachrichten zur sächsischen Libellenfauna, so über die Wiederausbreitung, Neu- oder Wiederentdeckung von vereinzelten Libellenarten. Leider gibt es aber inzwischen auch sehr bedenkliche Entwicklungen. 

 

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Rote Liste der Libellen Deutschlands

Ende 2015 wurde die neue Rote Liste veröffentlicht

Eine Gemeinschaftsarbeit der GdO und dem Bundesamt für Naturschutz (BfN)

Welche Art ist nach dem vorläufigen Stand Gewinner, welche Art ist Verlierer?

 

Hallo meine lieben Libellen-Freunde, 

die Libellenkundler Jürgen Ott, Klaus-Jürgen Conze, André Günther, Mathias Lohr, Rüdiger Mauersberger, Hanns-Jürgen Roland & Frank Suhling (Mitglieder der Gesellschaft deutschsprachiger Odonatologen) und das Bundesamt für Naturschutz haben in jahrelanger Arbeit die Rote Liste der Libellen Deutschlands überarbeitet (erschienen in Libellula, Supplement 14, Atlas der Libellen Deutschlands, GdO e.V. 2015, ISSN 0723-6514).. So wurden von mir umgehend die Artsteckbriefe auf LibellenWissen.de mit den neuen Gefährdungskategorien versehen. 

Wie die meisten von euch wissen, sind für Deutschland 81 Libellenarten aufgeführt, wovon 2 Arten leider als ausgestorben eingestuft werden mussten. Als ausgestorben gelten Arten, welche länger als 20 Jahre nicht mehr nachgewiesen wurden. Es handelt sich dabei um Onychogomphus uncatus (letzter Nachweis 1991) und Coenagrion hylas (1967).

Von den aktuell vorkommenden 79 Arten werden 30 Arten in einer Gefährdungskategorie und 5 Arten in der Vorwarnliste geführt. Gegenüber der RL von 1998 haben sich die Bestände vieler Arten deutlich erholt und konnten somit entweder von der Roten Liste gestrichen werden oder der Status in eine geringere Gefährdungsklasse eingestuft werden. Leider gibt es auch Arten, deren Bestände weiterhin geschmolzen sind und so als noch gefährdeter eingestuft wurden als 1998. Ein trauriges Beispiel ist die Sumpf-Heidelibelle (Sympetrum depressiusculum), die von RL 2 (stark gefährdet) nun in die Gefährdungskategorie RL 1 eingestuft (vom Aussterben bedroht) wurde. Gewinner sind vor allem die südlichen, wärmeliebenden Arten (Feuerlibelle, Südliche Heidelibelle, Frühe Heidelibelle, Südliche Mosaikjungfer, Südlicher Blaupfeil usw.), welche sich größtenteils erst innerhalb der vergangenen 20 Jahre in Deutschland etabliert haben. 

Ganz allgemein ist ein positiver Trend zu erkennen, da 1998 noch rund 2/3 aller Arten auf der Roten Liste standen und in der in 2015 von den oben benannten Fachleuten der Gesellschaft deutschsprachiger Odonatologen vorgeschlagenen Liste nur noch knapp die Hälfte aller heimischen Arten. Verantwortlich für die erfreuliche Entwicklung sind unterschiedliche Faktoren, die da wären: erfolgreiche Artenschutz- und Biotoppflegemaßnahmen, Klimaveränderungen und zu guter Letzt, du und ich. Mit anderen Worten, die in den letzten Jahren immer mehr werdenden naturbegeisterten, libellen-verrückten ehrenamtlichen Datensammler(innen), bzw. Melder(innen). So konnten viel umfassendere Verbreitungskarten erstellt werden als noch 1998. Rund 3000 Libellen-Freunde plus diverse Vereine, Verbände und Behörden trugen zu einem viel größeren Kenntnisstand über die Libellenfauna Deutschlands bei, als das vor knapp 20 Jahren möglich war.

Ob es gut ist zuvor bedrohte Arten wie z.B. die Grüne Flussjungfer oder den Zweifleck als nicht gefährdet einzustufen vermag ich nicht zu beurteilen. Da mir die Kollegen persönlich bekannt sind, welche sich der neuen Rote Liste widmeten, gehe ich davon aus, dass sie sich mit besten Wissen und Gewissen für de entsprechenden Einstufungen der Libellen Deutschlands entschieden haben. Vielen Dank an dieser Stelle an alle fleißigen Melder und Bearbeiter!

Hier als pdf die vorläufige neue Rote Liste Libellen 2015 mit dem Vergleich zur alten 1998er Version. Die pdf Datei habe ich selbst auf die Schnelle erstellt und übernehme für eventuelle Fehler keine Gewähr. Ich bin für jeden Korrekturhinweis dankbar!

Herzliche Grüße euer Andreas

Nachtrag am 1.8.2016 – Herzlichen Dank an Matthias Dumjahn, für den Hinweis auf den Fehler bei Sympetrum pedemonatum eine Verbesserung der Bestandssituation dargestellt zu haben, obwohl tatsächlich eine Verschlehterung eintrat. Der Fehler wurde sofort korrigiert!

Quellnachweis: Rote Liste der Libellen Deutschlands 2015, J. Ott, K.-J. Conze, A. Günther, M. Lohr, R. Mauersberger, H.-J. Roland & F. Suhling, erschienen in Libellula, Supplement 14, Atlas der Libellen Deutschlands, GdO e.V. 2015, ISSN 0723-6514

Meine Gedanken zur Makro-, Naturfotografie

Die Zahl der in der Natur fotografierenden Fotografen steigt stetig,

damit verbunden nimmt leider auch Gefährdung von Flora und Fauna zu

Um ein guter Naturfotograf zu werden, braucht es mehr als eine Fotoausrüstung

Ist denn gleich jeder, der mit einer Kamera ausgestattet in der Natur unterwegs ist, ein Naturfotograf?

Diese Frage wird in Fotografie-Foren oftmals heiß diskutiert!

Wer meine Meinung lesen möchte, sollte sich darüber im Klaren sein, dass ich mich ganz bewusst kritisch und etwas provokant mit dem Thema Naturfotografie auseinandersetze, um so manch einem meiner Leser einen Spiegel vor zu halten. Ich möchte den Einen oder Anderen eventuell auf sein grundlegendes, oftmals unbewusstes Fehlverhalten aufmerksam machen und so zum Umdenken anregen.

Hey Naturfreunde, ich mag hier niemanden nieder machen, möchte mich selbst auch nicht als den absoluten Gutmenschen darstellen. Nein, nein, nein, irgendwann einmal war ich selbst ein absoluter Neuling und habe unbewusst gegen bestehendes Recht verstoßen, dabei die Gefährdung von Tieren und Pflanzen in Kauf genommen.

Ein gutes Foto stand an erster Stelle, wie ihr hier an dem unnatürlich entstanden Foto erkennen könnt. Auch ich ließ mich Anfangs zu solch unnatürlich gestellter Aufnahme verleiten und setzte eine besonders geschützte Libelle auf einen fotogenen Ansitz. Heute ist mir dieses Foto peinlich. Genau aus meinem Erfahrungschatz heraus, den ich aus fast einem Jahrzehnt aktiver Naturfotografie, insbesondere der Makro-Fotografie sammeln konnte, erlaube ich mir einen Artikel wie diesen zu veröffentlichen. Fasst meinen Beitrag als kleinen Denkanstoß auf, nicht als Kritik (nun ja, für so manch einen eventuell schon), damit vermeidet ihr mir böse zu sein. Schaut in euch hinein, ob ihr euch die Jacke anzieht oder nicht. Ob sie euch letztendlich passt oder nicht, das müsst ihr für euch allein entscheiden.

Betrachtet euch das Wort „Naturfotografie einmal genauer. Vorn steht die Natur, Weiterlesen