Artenliste der Libellen (Odonata) Österreichs

Die Libellen (Odonata) Österreichs – Austria

 

Bisher sind uns weltweit ca. 6000 verschiedene Arten der Libellen bekannt, davon kommen 78 (inkl. des Erstfundes von Chalcolestes parvidens) Libellenarten aus 9 Familien in Österreich vor.

Libellen werden unterteilt in 3 Unterordnungen: Großlibellen, Kleinlibellen und Urlibellen.

Die 78 Libellenarten Österreichs geordnet nach Unterordnung und deren Familienzugehörigkeit:

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Die Kleinlibellen (Zygoptera = Gleichflügler) sind in Österreich mit 27 Arten aus 4 Familien vertreten. Die Augen der Kleinlibellen sind deutlich voneinander getrennt, Vorder- und Hinterflügel sind in etwa gleich groß, der Hinterleib ist stets recht schlank und misst nur einige Millimeter stark. Die Flügel werden meist in Ruhestellung neben dem Hinterleib zusammengelegt.
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  • Schlanklibellen (Coenagrionidae): zu ihnen zählen die Gattungen Azurjungfern, Becherjungfern, Pechlibellen, Adonislibellen, Granataugen und die Zwerglibelle. In Mitteleuropa leben 16 Arten dieser Familie, die sich am einfachsten aufgrund des Flügelmals zuordnen lassen. Hier gilt die Regel: Flügelmal ist kaum länger als breit und steht nur über 1-1,5 Flügelzellen. Aber Vorsicht! Auch die Federlibellen besitzen dieses Merkmal.

Arten:

Coenagrion hastulatum (Charpentier, 1825) – Speer-Azurjungfer
Coenagrion hylas (Trybom, 1889) – Sibirische (Bileks) Azurjungfer
Coenagrion lunulatum (Charpentier, 1840) – Mond-Azurjungfer
Coenagrion mercuriale (Charpentier, 1840) – Helm-Azurjungfer
Coenagrion ornatum (Selys, 1850) – Vogel-Azurjungfer
Coenagrion puella (Linnaeus, 1758) – Hufeisen-Azurjungfer
Coenagrion pulchellum (Vander Linden, 1825) – Fledermaus-Azurjungfer
Coenagrion scitulum (Rambur, 1842) – Gabel-Azurjungfer
Enallagma cyathigerum (Charpentier, 1840) – Gemeine Becherjungfer
Erythromma lindenii (Selys, 1840) – Saphirauge / Pokaljungfer
Erythromma najas (Hansemann, 1823) – Großes Granatauge
Erythromma viridulum (Charpentier, 1840) – Kleines Granatauge
Ischnura elegans (Vander Linden, 1820) – Große Pechlibelle
Ischnura pumilio (Charpentier, 1825) – Kleine Pechlibelle
Nehalennia speciosa (Charpentier, 1840) – Zwerglibelle
Pyrrhosoma nymphula (Sulzer, 1776) – Frühe Adonislibelle

 

  • Teichjungfern (Lestidae): das Flügelmal ist gegenüber denen der Schlank- und Federlibellen viel länger als breit und steht über 2-4 Flügelzellen. In Österreich wie im gesamten Mitteleuropa findet man 9 Arten dieser Familie. Zu ihnen zählen die Binsenjungfern, Weidenjungfern und Winterlibellen.

Arten:

Lestes barbarus (Fabricius, 1798) – Südliche Binsenjungfer
Lestes dryas (Kirby, 1890) – Glänzende Binsenjungfer
Lestes macrostigma (Eversmann, 1836) – Dunkle Binsenjungfer
Lestes sponsa (Hansemann, 1823) – Gemeine Binsenjungfer
Lestes virens vestalis Rambur, 1842 – Kleine Binsenjungfer
Chalcolestes viridis (Vander Linden, 1825) Westliche Weidenjungfer
Chalcolestes parvidens Artobolewskii, 1929 – Östliche Weidenjungfer Neu!
Sympecma fusca (Vander Linden, 1820) Gemeine Winterlibelle
Sympecma paedisca (Brauer, 1877) Sibirische Winterlibelle

 

  • Prachtlibellen ( Calopterygidae): sind die größten Kleinlibellen Mitteleuropas.Sie haben am Flügelansatz (Basis) sehr schmale und zur Mitte hin stark verbreiterte Flügel. In Österreich sind genau wie in Deutschland nur zwei Arten dieser Gruppe beheimatet.

Arten:

Calopteryx splendens (Harris, 1782) – Gebänderte Prachtlibelle
Calopteryx virgo (Linnaeus, 1758) – Blauflügel-Prachtlibelle

 

  • Federlibellen (Platycnemididae): ähneln den Schlanklibellen sehr und werden daher oft für Azurjungfern gehalten. Augenscheinlich das sicherste Unterscheidungsmerkmal ist jedoch der doppelte schwarze Längsstrich (Humeralstreifen) auf der Brust (Thorax) und die federartigen, mit langen Härchen besetzten Beinschienen, die für ihren Familiennamen verantwortlich sind. Hier zu Lande haben wir es jedoch nur mit einer einzigen Art zu tun.

Arten:

Platycnemis pennipes (Pallas, 1771) Blaue Federlibelle

 

Die Großlibellen (Anisoptera=Ungleichflügler) sind eine Unterordnung der Libellen und umfassen weltweit etwa 2.800 Arten, die in zwölf Familien untergliedert werden. In Österreich haben wir es 50 Libellenarten aus fünf Familien zu tun .
Das Augenpaar berührt sich mindestens an einem Punkt (Ausnahme Flussjungfern=Augenabstand geringer als Abstand der Fühler). Die Hinterflügel sind am Ansatz (Basis) breiter als die Vorderflügel.
Die Flügel sind nach abgeschlossener Metamorphose stets geöffnet.

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  • Edellibellen (Aeshnidae):  gehören zu den größten und auffälligsten Arten Österreichs. Der Familie gehören die recht bunten Mosaikjungfern , die Königslibellen und die Schilfjäger an. Insgesamt kommen 13 Arten dieser Familie bei uns vor.

Arten:

Aeshna affinis Vander Linden, 1820 – Südliche Mosaikjungfer
Aeshna caerulea (Ström, 1783) – Alpen-Mosaikjungfer
Aeshna cyanea (O.F. Müller, 1764) – Blaugrüne Mosaikjungfer
Aeshna grandis (Linnaeus, 1758) – Braune Mosaikjungfer
Aeshna isoceles (O.F. Müller, 1767) – Keilfleck-Mosaikjungfer
Aeshna juncea (Linnaeus, 1758) – Torf-Mosaikjungfer
Aeshna mixta Latreille, 1805 – Herbst-Mosaikjungfer
Aeshna subarctica elisabethae (Djakonov, 1922) – Hochmoor-Mosaikjungfer
Aeshna viridis Eversmann, 1836 – Grüne Mosaikjungfer
Anax ephippiger (Burmeister, 1839) – Schabracken-Königslibelle
Anax imperator Leach, 1815 – Große Königslibelle
Anax parthenope (Selys, 1839) – Kleine Königslibelle
Brachytron pratense (O.F. Müller, 1764) – Früher Schilfjäger

 

  • Segellibellen (Libellulidae):  stellen die artenreichste aller Familien weltweit dar, davon finden wir 22 Arten in unserem Gebiet. Dazu gehören die reinen Segellibellen (3 Arten) wie Vierfleck, Plattbauch, Spitzenfleck, sowie Blaupfeile (4), Heidelibellen (9), Moosjungfern (5) und die Feuerlibelle.

Arten:

Crocothemis erythraea (Brullé, 1832) – Feuerlibelle
Leucorrhinia albifrons (Burmeister, 1839) – Östliche Moosjungfer
Leucorrhinia caudalis (Charpentier, 1840) – Zierliche Moosjungfer
Leucorrhinia dubia (Vander Linden, 1825) – Kleine Moosjungfer
Leucorrhinia pectoralis (Charpentier, 1825) – Große Moosjungfer
Leucorrhinia rubicunda (Linnaeus, 1758) – Nordische Moosjungfer
Libellula depressa (Linnaeus, 1758) – Plattbauch
Libellula fulva (O.F. Müller, 1764) – Spitzenfleck
Libellula quadrimaculata (Linnaeus, 1758) – Vierfleck
Orthetrum albistylum (Selys, 1848) – Östlicher Blaupfeil
Orthetrum brunneum (Fonscolombe, 1837) – Südlicher Blaupfeil
Orthetrum cancellatum (Linnaeus, 1758) – Großer Blaupfeil
Orthetrum coerulescens (Fabricius, 1798) – Kleiner Blaupfeil
Sympetrum danae (Sulzer, 1776) – Schwarze Heidelibelle
Sympetrum depressiusculum (Selys, 1841) – Sumpf-Heidelibelle
Sympetrum flaveolum (Linnaeus, 1758) – Gefleckte Heidelibelle
Sympetrum fonscolombii (Selys, 1840) – Frühe Heidelibelle
Sympetrum meridionale (Selys, 1841) – Südliche Heidelibelle
Sympetrum pedemontanum (O.F. Müller in Allioni, 1766) – Gebänderte Heidelibelle
Sympetrum sanguineum (O.F. Müller, 1764) – Blutrote Heidelibelle
Sympetrum striolatum (Charpentier, 1840) – Große Heidelibelle
Sympetrum vulgatum (Linnaeus, 1758) – Gemeine Heidelibelle

 

  • Flussjungfern (Gomphidae):  unterscheiden sich von den anderen Großlibellen durch deutlich voneinander getrennte Komplexaugen. Sowohl Männchen als auch Weibchen sind schwarz-gelb oder schwarz-grün gefärbt, im Alter färben sie sich meist schwarz-grau. Wie ihr Name schon vermuten lässt, findet man Flussjungfern vor allem an Bächen und Flüssen, dennoch können sich einige Arten auch in stehenden Gewässern entwickeln. In Österreich ist die Familie der Flussjungfer mit 5 Libellenarten dieser vertreten. 

Arten:

Gomphus flavipes (Charpentier, 1825) – Asiatische Keiljungfer
Gomphus pulchellus (Selys, 1840) – Westliche Keiljungfer
Gomphus vulgatissimus (Linnaeus, 1758) – Gemeine Keiljungfer
Onychgomphus forcipatus (Linnaeus, 1758) – Kleine Zangenlibelle
Ophiogomphus cecilia (Fourcroy, 1785) – Grüne Flussjungfer

 

  • Quelljungfern (Cordulegastridae):  In Österreich kommen alle 3 existierenden mitteleuropäischen Arten dieser Familie vor. Sie erreichen eine Flügelspannweite von bis zu 10,5 Zentimetern und sind auffallend schwarz-gelb gezeichnet.

Die Quelljungfern benötigen für die Entwicklung ihrer Larven saubere und schnell fließende Gewässer, wie Gebirgsbäche und Quellbäche. Diese Arten sind entsprechend selten.

Arten:

Cordulegaster bidentata (Selys, 1843) – Gestreifte Quelljungfer
Cordulegaster boltonii (Donovan, 1807) – Zweigestreifte Quelljungfer

Cordulegaster heros  (Theischinger, 1979) – Große Quelljungfer

 

  • Falkenlibellen (Corduliidae):  stehen den Segellibellen verwandtschaftlich sehr nahe und bilden die jüngste Familie (etwa 4 Mio Jahre) in der rund 360 Mio. jährigen Evolutionsgeschichte der Libellen. Die meisten Arten sind metallisch-grün gefärbt, wobei besonders die Körper der Smaragdlibellen ein schimmerndes Grün aufweisen. Im Alter färben sie sich bronzen bis schwarz. Die Augen sind bei den meisten Arten dieser Familie leuchtend grün. Ihren deutschen Namen verdanken sie ihrem schnellen, ausdauernden und gewandten Flug.

Arten:

Cordulia aenea (Linnaeus, 1758) – Falkenlibelle
Epitheca bimaculata (Charpentier, 1825) – Zweifleck

Somatochlora alpestris (Selys, 1840) – Alpen-Smaragdlibelle
Somatochlora arctica (Zetterstedt, 1840) – Arktische Smaragdlibelle
Somatochlora flavomaculata (Vander Linden, 1825) – Gefleckte Smaragdlibelle

Somatochlora meridionalis Nielsen, 1935 – Balkan-Smaragdlibelle
Somatochlora metallica (Vander Linden, 1825) – Glänzende Smaragdlibelle

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Die wissenschaftlichen Namen entsprechen der aktuellen Nomenklatur, die deutschen Namen dem Werk von Wildermuth & Martens (2014)Taschenlexikon der Libellen Europas: Alle Arten von den Azoren bis zum Ural im Porträt, Quelle & Meyer Verlag (824 Seiten). ISBN: 978-3-494-01558-3 sowie der Empfehlung von A. Martens, A. Schröter und H. Wildermuth, Libellula 33 3/4 (2014) erschienen im Febr. 2015, S. 233-244, ISSN 0723-6514.. Die Namen und Zahlen in Klammern bringen zum Ausdruck, wer die Art wann beschrieben hat oder wo zum ersten mal etwas von dieser Art publiziert wurde.

Die gesamten auf meiner Seite veröffentlichten Informationen, wurden dem Internet und diverser Lektüre (genutzte Literatur) entnommen, teilweise ergänzt durch meine eigenen Beobachtungen. Ich bitte zu beachten, dass sämtliche Angaben je nach regionalen Gegebenheiten abweichen können.

Buchtipp: Neuerscheinung im Oktober 2012; Holzinger, W. E. & Kompusch, B. (2012): Die Libellen Kärntens. Sonderreihe Natur Kärnten, Band 6, Naturwissenschaftlicher Verein Kärnten, Klagenfurt, 336 Seiten mit vielen wundervollen Farbfotos. ISBN: 978-3-85328-060-7

Die Angaben zur Gefährdung der einzelnen Arten wurden aus der Datenbank Oasis 2.0 des Umweltbundesamt Österreich übernommen.

Gefährdungskategorien:

RE = ausgestorben
CR = vom Aussterben bedroht
EN = stark gefährdet
VU = verletzlich
NT = potenziell gefährdet
LC = nicht gefährdet
NE = Vermehrungsgast
DD =ungenügende Daten

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