Türkische Quelljungfer – Cordulegaster insignis

Die Türkische Quelljungfer im Profil / engl: Blue-Eyed Goldenring

Wissenschaftl. Name: Cordulegaster insignis Schneider, 1845

Gattung: Cordulegaster – Quelljungfern
Familie: Cordulegastridae – Quelljungfern

Überfamilie: Aeshnoidea – Edellibellenartige
Unterordnung: Anisoptera – Großlibellen
Ordnung: Odonata – Libellen

Cordulegaster insignis - maleleider noch immer kein Foto vorhanden

Cordulegaster insignis, Männchen        Cordulegaster insignis, Weibchen (wanted)

Wissenswertes:
Die Vorkommen von Türkische Quelljungfer erstreckt sich vom Südwesten Asiens bis nach Südosteuropa (Irak, Iran, Libanon, Griechenland, Rumänien, Bulgarien, Türkei). Cordulegaster insignis ersetzt dort die bei uns in Mitteleuropa heimische Cordulegaster bidentata (Gestreifte Quelljungfer). Die Art kommt in mehreren (bisher 5) voneinander zu trennenden Subspecies (Unterarten) vor, die je nach Region Unterschiede in der Farbe und / oder Zeichnung aufweisen. Im Südwesten der Türkei und im Südwesten des Kaukasusgebirges hat man festgestellt, dass sich Cordulegaster insignis mit ihrer Unterart „Cordulegaster mzymtae“ vermischt.

Merkmale:
Die Türkische Quelljungfer ist die einzige Art der Gattung der Quelljungfern (Cordulegaster), deren Augen blau sind. Allerdings kommt es zu regionalen Abweichungen, so können einzelne Cordulegater insignis Populationen, auch wie für Quelljungfern üblich, grüne Augen haben.

Die Männchen werden bis zu 78 mm lang und erreichen Flügelspannweiten bis zu 92 mm. Die Weibchen sind durchschnittlich 5 mm größer, sowohl in der Körperlänge als auch in der Spannweite.  Somit ist die Türkische Quelljungfer etwas kleiner als andere europäische Quelljungfernarten. Die Stirn ist komplett gelb und weist in seltenen Fällen eine schwarze Markierung auf.  Die Grundfarbe an Brust und Hinterleib ist schwarz mit einer kräfiger ausgedehnten gelben Zeichnung, als z.B. bei ihren Verwechslungsarten, Cordulegaster bidentata und Cordulegaster helladica. Bei der Möglichkeit einen Blick auf den Hinterkopf zu werfen, erkennt man einen auffallenden gelben Punkt (occipital triangle) am seitlichen Hinterrand der Augen, die die Art unverwechselbar machen würden, wenn es da nicht wie bereits erwähnt, regionale Abweichnungen in den Farben und Farbmerkmalen gäbe.

Bevorzugter Lebensraum:
Die Türkische Quelljungfer besiedelt schmale, saubere, gern mitten im Wald liegende, schattige Bäche. Gelegentlich nimmt die Art auch größere und tiefere Gewässer an, als das für Quelljungfernarten typisch ist.

Flugzeit:
Mai bis August

Rote Liste Mittelmeerraum: NT = potenziell gefährdet
Rote Liste weltweit: NE = Vermehrungsgast
Rote Liste Nordafrika: – = kein Vorkommen

Besonderheiten:
Genauere Untersuchungen und Beschreibungen der einzelnen Unterarten der Artgruppe, Cordulegaster insignis, dauern an.

Bisher benannt wurden folgende Unterarten: Cordulegaster insignis insignis, Cordulegaster insignis mzymtae, Cordulegaster insignis charpentieri, Cordulegaster insignis ssp. amasinus, Cordulegaster insignis ssp. nobilis, Cordulegaster insignis ssp. montandoni, hinzu kommt noch Cordulegaster insignis ssp. coronata (Zentralasien). Die Angaben sind wie immer ohne Gewähr.

Ich bin auf der Suche nach näheren Infos zu aktuellen Untersuchungen (event. von van Pelt) und würde mich über entsprechende Hinweise sehr freuen. Besten Dank im Voraus! Andreas Th. Hein

Anmerkung: LibellenWissen.de bittet um Unterstützung
Fotos vom Weibchen gesucht oder haben Sie Fotos einer anderen europäischen Libellenart im Urlaub machen können und möchten es gern Libellenwissen.de zur Verfügung stellen? Dann schreiben Sie mir, ich freue mich auf Ihre Nachricht. Ihr Andreas Thomas Hein

Weitere Fotos von männlichen Cordulegaster insignis:

Cordulegaster insignis - male __1Cordulegaster insignis - flying male _ IMG_1164

Cordulegaster insignis - male - view from aboveCordulegaster insignis - male

<<— zur Übersicht  ”Libellenarten Europas”

K.-D. B. Dijkstra (2006): Field Guide to the Dragonflies of Britain and Europe. British Wildlife Publishing, ISBN 0-953139948
GdO (2009) Libellula Supplement 9, Atlas of the Odonata of the Mediterranean and North Africa, ISSN 0723-6514

GdO (2010) Libellula Supplement 10, Studien zur Libellenfauna Griechenlands IV (Wolfgang Lopau, † 2009, erschienen postum), ISSN 0723-6514

R.R. Askew (2004): The Dragonflies of Europe (revised edition), Harley Books, England, ISBN 0-946589755