Senegal-Pechlibelle – Ischnura senegalensis

Die Senegal-Pechlibelle im Profil (engl. African Bluetail / Senegal Golden Dartlet)

Wissenschaftl. Name: Ischnura senegalensis (Rambur, 1842)

Gattung : Ischnura – Pechlibellen

Familie : Coenagrionidae – Schlanklibellen

Überfamilie : Coenagrionoidea –  Schlanklibellenartige
Unterordnung : Zygoptera – Kleinlibellen
Ordnung: Odonata – Libellen

Ischnura senegalensis - Männchen / by Philip SteinhoffIschnura senegalensis - kopula / by Philip Steinhoff

Ischnura senegalensis, Männchen                     Ischnura senegalensis, Paarungsrad

Herzlichen Dank an Philip Steinhoff aus Düsseldorf für die herrlichen Fotos der Senegal-Pechlibelle!

Wissenswertes:
Die Senegal-Pechlibelle ist von Asien bis Afrika weit verbreitet. Berichtet wurden vereinzelte Funde auf den Kanaren, auf Madeira (Portugal) und England, welche jedoch umstritten scheinen, da bei Nachuntersuchungen stets nur die leicht zu verwechselnde Sahara-Pechlibelle nachgewiesen werden konnte. (Diese Angaben sind eventuell fehlerhaft, bedürfen weitere Recherchen! Ich bitte um Verständnis)

Merkmale:
Die Senegal-Pechlibelle, die Sahara-Pechlibelle sowie die Große Pechlibelle unterscheiden sich im Aussehen nur geringfügig und lassen sich am Besten durch ihren meist geografisch voneinander getrennten Standort bestimmen. Da die geografischen Grenzen sich gelegentlich überschneiden, ist im Grunde genommen der Fang der Spezies von Nöten oder aber eine gute Aufnahme von oben, auf die sich direkt hinter dem Kopf befindliche Vorderbrust, bzw. des Hinterrands der Vorderbrust (Pronotum oder auch Prothorax). Selten anhand von Fotos, jedoch relativ sicher mit einer Lupe lassen sich auch kleine Unterschiede an den Genitalien und den Hinterleibsanhänge feststellen.
Senegal-Pechlibellen Männchen haben eine blaue Brust, die Weibchen kommen in 2 Farbvarianten vor, entweder in blau oder orange-braun. Das Abdomen (Hinterleib) beide Geschlechter  ist unterseits an den Segmenten 3 bis 6 gelblich-gold gefärbt. Oberseits sind sie schwarz, ausgenommen davon ist das 8. Segment, welches wie bei ihren Verwechslungsarten leuchtend blau oder eben bei den Weibchen entsprechend der Färbung der Brust  ist. Die Flügelmale sind zweifarbig, innen schwarz, außen weiß, können beim Weibchen gelegentlich aber auch bräulich sein.

Bevorzugter Lebensraum:
Die Senegal-Pechlibelle ist kaum wählerisch bei der Habitatswahl, reagiert weniger empfindlich auf Verunreinigungen als die meisten Libellenarten, lebt daher an nahezu allen stehenden und langsam fließenden Gewässertypen. Ihre kurze Entwicklungsdauer von nur wenigen Wochen ermöglicht der Senegal-Pechlibelle selbst in kleinsten Tümpeln oder größeren Pfützen zu bestehen.

Flugzeit:
In vielen Regionen ganzjährig, in mindestens 2 Generationen.

Gefährdungsstatus:
Rote Liste Mittelmeerraum: LC = nicht gefährdet
Rote Liste weltweit: LC = nicht gefährdet
Rote Liste Nordafrika: DD = ungenügende Daten

Besonderheiten:
Die Senegal-Pechlibelle ist im Grunde genommen das Pendant zu unserer in Mitteleuropa heimischen Großen Pechlibelle.

Die Eiablage der weiblichen Pechlibellen erfolgt im Alleingang, also nicht unter der Bewachung der Männchen in Tandemstellung, wie es bei den übrigen Arten der Schlanklibellen der Fall ist. Die Eier werden in verschiedene, meist im oder auf dem Wasser schwimmende Pflanzenmaterialien eingestochen.

Malte Seehausen (Wiesbaden) beschäftigte sich intensiv mit der Aufzucht von Libellenlarven, welche meist mit Pflanzen nach Deutschland eingeschleppt wurden.  Einige Fotos, der bei Malte daheim geschlüpften weiblichen Ischnura senegalensis, stellt Malte diesem Artsteckbrief dankenswerter Weise zur Verfügung. Besten Dank, Malte!

Ischnura senegalensis - female / by Malte Seehausen_2Ischnura senegalensis - female / by Malte Seehausen_4

Ischnura senegalensis - female / by Malte Seehausen_3Ischnura senegalensis - female / by Malte Seehausen_1

 

Sie haben auch ein Foto und möchten es gern auf LibellenWissen.de anderen Nutzern zugänglich machen? Na dann nichts wie her mit dem Foto. Vielen Dank im Voraus, Ihr Andreas Th. Hein

 

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Literaturtipps:

GdO (2009) Libellula Supplement 9, Atlas of the Odonata of the Mediterranean and North Africa, ISSN 0723-6514

R.R. Askew (2004): The Dragonflies of Europe (revised edition), Harley Books, England, ISBN 0-946589755