Baltische Mosaikjungfer – Aeshna serrata

Die Baltische Mosaikjungfer (engl. Baltic Hawker) im Profil

Wissenschaftl. Name: Aeshna serrata Hagen, 1856  

Gattung: Aeshna – Mosaikjungfern

Familie: Aeshnidae – Edellibellen

Überfamilie: Aeshnoidea – Edellibellenartige
Unterordnung: Anisoptera – Großlibellen
Ordnung: Odonata – Libellen

Aeshna serrata - male / by Erland Refling NielsenAeshna serrata - female / by Erland Refling Nielsen

Aeshna serrata, Männchen            Aeshna serrata, Weibchen

Besten Dank an, Erland Refling Nielsen, für die Bereitstellung seiner Fotos.

Wissenswertes:
Synonym: Aeshna osilinensis Mierzejewski 1913. Aeshna serrata ist eine sehr kräftige Mosaikjungfer, welche in Europa rund um die Ostsee herum vorkommt, jedoch fehlt bisher noch ein Nachweis in Deutschland. Das Hauptareal der Art erstreckt sich von der Mongolei und Kasachstan bis zur Ostsee, wo sie bisher in Estland, Finnland, Schweden, Dänemark und Russland vorkommt. Fundmeldungen aus Norwegen und der Ukraine liegen vor, deren Korrektheit ist bisher jedoch fraglich.

Merkmale:
Die Baltische Mosaikjungfer sieht der Torf-Mosaikjungfer auf den ersten Blick sehr ähnlich, ist jedoch mit einer Flügelpannweite von bis zu 106 mm und einer Körperlänge von bis zu 81 mm insgesamt wuchtiger. Die blauen Fleckenpaare auf dem Abdomen (Hinterleib) sind kräftiger in der Farbe und etwas größer, als bei ihrer Verwechslungsart, was das Tier deutlich blauer erscheinen lässt. Die farbigen Flecken auf den Abdomen weiblicher Individuen können gelbgrün, blaugrün oder blau sein. Die Flügelvorderkante (Costa) ist bei beiden Geschlechtern gelb, so wie wir es von der Torf-Mosaikjungfer kennen. Ebenso ähnlich wie auffallend sind die langen gelben Antehumeralstreifen, wobei die der Männchen sich von denen der Weibchen kaum unterscheiden. Die oberen Hinterleibsanhänge (Cerci) der Männchen sind gebogen und haben zu den Enden hin auf der Oberseite 4 bis 7 Zähnchen (mit dem Makro-Objektiv in Nahdistanz bei einer seitlichen Aufnahme gut erkennbar). Diese Zähnchen verhalfen der Art zu ihrem wissenschaftlichen Namen ( lateinisch serra = Säge). Der untere Hinterleibsanhang ist weniger als halb so lang wie die oberen Anhänge.

Bevorzugter Lebensraum:
Brackige Küstengewässer, Lagunen, flache Seen, aber auch beruhigte Zonen fließender Gewässer in offenen Landschaften. Eine übergeordnete Rolle spielt eine üppig vorhandene Vegetation, bestehend aus Röhricht, Schilf, Segge oder allerlei mersen und submersen Pflanzen in den Verlandungszonen.  

Flugzeit:
Flugzeit von Juli bis September.

Rote Liste Weltweit: LC = nicht gefährdet
Rote Liste Europa: LC = nicht gefährdet

Besonderheiten:
Die Eiablage erledigen die Weibchen in Alleingang, meist recht gut im Schilf versteckt. Die Männchen patroullieren gern dicht über der Vegetation um die Weibchen bei der Eiablage aufzuspüren. 

Die Baltische Mosaikjungfer setzt sich im Vergleich zu den meisten anderen Arten ihrer Gattung, relativ häufig ab. Dabei bevorzugt sie eine waagerechte Position an niedrig gewachsenen Pflanzen oder gar auf dem Boden. Auch zur Paarung lassen sie sich gern auf kahle Böden (Holzstege, Wege, Kiesflächen) nieder, was für Mosaikjungfern eine absolute Besonderheit darstellt.

Weitere Fotos von Aeshna serrata:

Aeshna serrata - male / by Erland Refling NielsenAeshna serrata - male / by Erland Refling Nielsen

Aeshna serrata - male / by Erland Refling NielsenAeshna serrata - male / by Erland Refling Nielsen

Vielen Dank an Erland Refling Nielsen aus Dänemark, für die Genehmigung zur Nutzung seiner Fotos von Aeshna serrata auf LibellenWissen.de

 

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Wildermuth & Martens (2014), Taschenlexikon der Libellen Europas: Alle Arten von den Azoren bis zum Ural im Porträt, Quelle & Meyer Verlag. ISBN: 978-3-494-01558-3

K.-D. B. Dijkstra (2006): Field Guide to the Dragonflies of Britain and Europe. British Wildlife Publishing, ISBN 0-953139948

R.R. Askew (2004): The Dragonflies of Europe (revised edition), Harley Books, England, ISBN 0-946589755

Peters, G. (2006): Die Edellibellen Europas – Aeshnidae. Die Neue Brehm-Bücherei Bd. 585, Westarp- Wissenschaften. ISBN 3-89432-858-4